Um Müllergeschichten und Dorfentwicklung ging es beim Festival „Literarischer Frühling“

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Märchen zur Mühle getragen: Einen Themenbogen von alten Mythen um die schöne Müllerin bis veränderten Lebensformen im heutigen Dorf zogen im Landhaus Bärenmühle (von links) Gudrun Rathke, Dr. Jürgen Römer und Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho beim Festival Literarischer Frühling.

Ellershausen. Der Mythos von der schönen Müllerin, die Verachtung des Müllers wegen seines „unehrlichen“ Berufs - nicht nur die soziale Geschichte der Figuren in ihrer Zeit, sondern auch die Qualitätsgeschichte der Überlieferer spiegelt sich in den vielen Mühlen-Märchen, die in Deutschland ungemein populär waren.

Mit anschaulichen Beispielen, Bildern und verblüffenden Ergebnissen der historisch-vergleichenden Erzählforschung faszinierte Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho am authentischen Ort, dem Landhaus Bärenmühle, die Gäste des Literatur-Festivals „Literarischer Frühling“.

Die Freiburger Literaturwissenschaftlerin, von Moderator Klaus Brill als Spezialistin für europäische Ethnologie vorgestellt, setzte bei ihrer Betrachtung der Mühlen-Märchen ausgewählte Schwerpunkte bis hin zur Romantik: Sie analysierte das „Unehrliche“ am Müllergewerbe, die Diskriminierung dieses Berufs in der Ständegesellschaft des Mittelalters, und das „Erotische“ mit Bildern von der „Liebesmühle“ und der schönen Müllerin. Prof. Wienker-Piepho schilderte aber auch die Mühle als unheimlichen Ort, an dem Teufel, Müller, Wassermänner und Nixen hausen. „Nur Bären waren in der Lage, diesen Spuk zu vertreiben“, lachte sie - und hatte damit ganz originell den Namen „Bärenmühle“ erklärt.

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Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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