Claude Pilger ist neuer Vorstand der Nahwärme Frankenau

"Müssen Punkt für Punkt berechnen"

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Die im Januar ins Leben gerufene Genossenschaft Nahwärme Frankenau hat eine neue Führungsspitze (von rechts): Claude Pilger wurde zum Vorstand und Wilfried Krämer zum Bevollmächtigten der Generalversammlung gewählt. Das Projekt hatten zuvor die Kirche um Pfarrer Harald Wahl, die Stadt mit Bürgermeister Björn Brede, Theo Brömmelhaus vom Lebenshilfe-Werk und Dieter Ohlsen, Vorstand der Frankenberger Bank, angetrieben.Foto: Tobias Treude

Frankenau - Das Projekt Nahwärme in Frankenau wird weiter vorangetrieben. Die Genossenschaft hat nun einen neuen Vorstand, zudem wurde den Mitgliedern und Interessierten eine weitere Untersuchung eines Ingenieurbüros vorgestellt.

Seit der Versammlung am 9. Januar befindet sich die Entwicklungsgenossenschaft Nahwärme in Frankenau in der Phase der Gründung. Doch diese soll in Kürze mit der Eintragung beim Marburger Amtsgericht abgeschlossen sein - zudem hat sich in den vergangenen Monaten viel getan.

Am Mittwochabend kamen Mitglieder und Interessierte zur Generalversammlung zusammen. Der bisherige Vorstand um Bürgermeister Björn Brede und den Bevollmächtigten der Generalversammlung Dieter Ohlsen, Vorstand der Frankenberger Bank, stellte seine Ämter zur Verfügung.

„In die Hände der Bürger“

„Wir wollen das Projekt in die Hände der Bürger geben“, sagte Brede. Angetrieben worden war es von der Stadt, der Frankenberger Bank, der Kirchengemeinde Frankenau und dem Lebenshilfe-Werk. Die vier Institutionen haben Anteile an der Genossenschaft erworben, der mittlerweile insgesamt 17 Mitglieder angehören. Diese wählten nun Claude Pilger zum neuen Vorstand und Wilfried Krämer zum Bevollmächtigten der Generalversammlung. Solange die Genossenschaft aus weniger als 21 Mitgliedern besteht, fungiert die Versammlung als Kontrollorgan des Vorstandes. Ab dem 21. Mitglied müsste ein Aufsichtsrat gegründet werden.

In den vergangenen Wochen haben Arbeitsgruppen an der Satzung und der Planung des Projektes gearbeitet. Ein Wunsch war es, nach der Untersuchung von Viessmann eine weitere Institution mit der Planung zu beauftragen. Und so stellte am Mittwochabend Michael Grosse-Kettler vom Ingenieur-Netzwerk Energie (INEG) seine Entwürfe vor. Diese sind allerdings im Detail kaum vergleichbar mit den Angaben von Viessmann, da zum Beispiel genauere Verbrauchsdaten einiger Hausbesitzer erst noch in die Rechnungen aufgenommen werden sollen. Zudem wurde mit einem niedrigeren Zinssatz kalkuliert und in den Preis pro Kilowattstunde wurde der Genossenschaftsbeitrag eingerechnet, was bei der vorherigen Planung nicht der Fall war. „Das sind Anhaltspunkte, wir müssen das nun Punkt für Punkt berechnen“, sagte Hilmar Werner von einer der Arbeitsgruppen.

Grosse-Kettler warb für das Nahwärmeprojekt. Als Gründe nannte er die zu erwartende Preissteigerung von Öl bei gleichzeitiger Preisstabilität von Holz. Es könnten Rohstoffe aus der Region genutzt werden und die Nutzer seien unabhängiger vom Weltmarkt.

Er ging in seinen Berechnungen von 63 Anschlussnehmern aus, Grosse-Kettler hatte aber auch Pläne für bis zu 200 Anschlussnehmer dabei. Bei 63 Beteiligten würde ein Netz von mehr als zwei Kilometern Trassenlänge gebaut, den jährlichen Gesamtwärmebedarf bezifferte er mit 2,4 Millionen Kilowattstunden. Grosse-Kettler hat für den einzelnen Haushalt einen Preis von 10,3 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

Für die Bauarbeiten, Kauf der Kessel, technische Ausrüstung und viele weitere Punkte stünden bei 63 Abnehmern mehr als 1,6 Millionen Euro an Investitionskosten an. Davon abgezogen würden noch Fördermittel in Höhe von bis zu 413000 Euro.

Der Mitgliedsbeitrag bei der Nahwärme-Genossenschaft liegt bei 100 Euro, hinzu kommen 2900 Euro Beitrittseinlage.

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