Battenberger Schüler spenden für Kinder in Moldawien

Ein "Multumim" für die Gesamtschule

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„Multumim“ – „Dankeschön“ – steht auf dem Bild, mit dem sich die moldawischen Kinder bei den Gesamtschülern bedanken. Olga und Alexander Bär hatten die Hilfsaktion organisiert. Schulleiter Reinhold Gaß, der pädagogische Leiter Heinz-Günther Schneider und Schulsprecher Wines Wick freuten sich über die Spendenbereitschaft.Foto: Mark Adel

Battenberg - Olga Bär und ihr Vater Alexander hatten an der Gesamtschule einen Spendenaufruf für Kinder in Moldawien gestartet. Um sicherzugehen, dass die Spenden auch ankommen, haben sie die Waren selbst zu den Bedürftigen gebracht.

„Multumim“ steht in großen Buchstaben auf dem Bild. Das heißt „Dankeschön“ - geschrieben von Kindern, denen es schlecht geht: Sie leben in einem Behindertenheim in Moldawien, wo es an allem fehlt. Alexander Bär und seine Tochter Olga haben einen Transporter mit Hilfsgütern zu den Kindern gebracht. Auch viele Gesamtschüler haben dafür gespendet.

Alexander und Olga Bär haben sich gestern in der Gesamtschule für die Spenden bedankt - stellvertretend bei Schulleiter Reinhold Gaß, dem pädagogischen Leiter Heinz-Günther Schneider und Schulsprecher Wines Wick. „Die Kinder haben sich sehr gefreut“, sagte Olga Bär. Die Leiterin des Kinderheims hatte einen Dankesbrief geschrieben, den Olga Bär übersetzte und übergab - mit dem Bild, auf dem sich die Kinder mit Namen und Fingerabdrücken verewigt haben. Auch mit selbst geknüpften kleinen Teppichen und weiteren Bildern bedankten sich die Kinder.

Die Idee kam Alexander Bär, weil seine Vorfahren aus Moldawien stammen und seine Eltern selbst Waisen waren. Er kennt die ärmlichen Verhältnisse in dem Land. Um sicherzustellen, dass Spenden wirklich ankommen, suchte er selbst nach einem Heim und fuhr die Hilfsgüter mit seiner Tochter und einem weiteren Helfer dort hin - 30 Stunden je Strecke.

Zwar wurden die Bärs, die in Laisa eine Lackiererei betreiben, in dem Heim mit offenen Armen empfangen. Die Behörden hätten es ihnen aber nicht leicht gemacht, berichten sie. In dem Heim leben 62 behinderte Kinder, die zu Hause nicht gepflegt werden können. Zwar werde es staatlich unterstützt, trotzdem fehle vieles, was für deutsche Kinder selbstverständlich sei, sagte Olga Bär. „Pro Tag und pro Kind stehen nicht mal 50 Cent für Essen zur Verfügung.“ Sie freuten sich unter anderem über Malutensilien und Kleidung, die die Gesamtschüler gestiftet hatten. Ein Sanitätshaus in Wetter hatte sieben Rollstühle und zehn Gehhilfen gespendet. Einige Babysachen wurden außerdem in ein Waisenhaus gebracht. „Unsere Schüler lernen mit solchen Aktionen, selbst soziale Verantwortung zu tragen“, sagte Reinhold Gaß. Die Gesamtschule engagiere sich schon seit mehr als 20 Jahren für das Hilfswerk „Dios es amor“, ergänzte Heinz-Günther Schneider.

Die neue Spendenaktion passe zu dem Engagement der Schule. „Es ist ein Projekt, das man immer mal wiederholen kann.“ Schulsprecher Wines Wick berichtete, die Schüler würden auf den Bildern sehen, wie die Realität in anderen Ländern aussieht und wie gut es ihnen gehe.

Und das soll es auch, betonten Vater und Tochter Bär. Gaß und Schneider hoffen, dass sich dann noch mehr Eltern und Schüler beteiligen. Sie wollen die Dankgeschenke aus Moldawien und viele Bilder vom Hilfstransport in einer Ausstellung zeigen, damit die Spender sehen, dass ihre Spenden direkt angekommen sind. Unter anderem wird die Ausstellung beim Weihnachtskonzert der Schule am Montag aufgebaut.

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