„König David“ kehrte nach Restaurierung zurück - Museumsleiter Wittekindt hört auf

Museum im Kloster Frankenberg verfügt wieder über komplette historische Figurengruppe

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Freudig begrüßt in Frankenberg: Nach einjähriger Restaurierung steht König David mit der Harfe nun wieder in der Mauritiuskapelle auf seinem Platz. Beim Aufbau des Kunstwerks halfen (von links) Hans Papenfuß, Winfried Schurm und Heiner Wittekind.

Frankenberg. Nach einjähriger Restaurierung steht die Schmuckfigur „König David mit der Harfe“ wieder im Museum im Kloster Frankenberg Getrübt wird die Rückkehr von der Ankündigung des Museums-Leiters, Heiner Wittekindt, seinen Dienst am 31. Dezember zu beenden.

Hoch über den Köpfen der Besucher des Museums im Kloster Frankenberg führt König David mit der Harfe einen Chor von musizierenden und singenden Engeln an. Er war einst Schmuckfigur der barocken Seuffert-Orgel des Klosters Grafschaft bei Schmallenberg aus dem Jahr 1747, zierte sie nach ihrer Umsetzung auf der Empore der Liebfrauenkirche in Frankenberg bis 1956, bevor er, teilweise stark beschädigt, seinen Platz im Heimatmuseum fand. Nach einjähriger Restaurierung in der Werkstatt von Winfried Schurm (Wolfhagen) erstrahlt David jetzt in majestätischer Pracht.

Endpunkt einer langen, beharrlich vorangetriebenen Erfolgsgeschichte: Dem Frankenberger Verein Kreis-Heimatmuseum gelang es im vergangenen Jahrzehnt, das gesamte Ensemble von biblischen Musikantenfiguren, teilweise auch aus einem privaten Nachlass, zusammenzutragen und Stück für Stück mit einem Kostenaufwand von insgesamt rund 25 000 Euro restaurieren zu lassen.

„Der Hoforgelmacher Johann Philipp Seuffert (1693-1780) hatte absolut gute Schnitzer zur Hand, deren Werke noch heute besonders in Würzburg zu bewundern sind“, sagt Museumsleiter Heiner Wittekindt, der sich vor einigen Jahren zusammen mit Hans Papenfuß dort auf Spurensuche begeben hat. „Deshalb ist es wunderbar, dass nun das gesamte Ensemble komplett und, soweit möglich war, wieder in der ursprünglichen Farbgebung im Museum zu sehen ist.“

Wie sehr diese barocken Schnitzwerke aus der 1811 von Frankenberger Bürgern für 2905 Gulden ersteigerten und auf 27 Pferdewagen von Schmallenberg herbeigeholten Orgel auch heute noch der Bevölkerung am Herzen liegen, macht Pfarrer i. R. Wittekindt glücklich: „Damals hafteten sie mit ihrem Vermögen für die Seuffert-Orgel. Auch jetzt war die Rettung der verbliebenen Orgel-Prospektfiguren nur möglich, weil Bürger mit ihren von uns gesammelten Kleinspenden ebenso wie Institutionen als Sponsoren die Erhaltung der Kunstwerke ermöglichten.“

Auf mehrere hundert Stunden Arbeitszeit blickte Restaurator Winfried Schurm zurück, als er den König David jetzt im Kloster Sankt Georgenberg wieder ablieferte. „Ich habe ihn, wie sich das für eine Majestät gehört, jeden Morgen in meiner Werkstatt ehrerbietig begrüßt“, schmunzelte er.

Fehlende Finger und Fußzehen mussten rekonstruiert, die originale Kreidefarbe der mannshohen Figur in winzigen Stücken gelöst und mit Spezialleim wieder befestigt werden. Auch die Harfe erhielt ihre „Saiten“ wieder. Insgesamt vier Musikantenengeln und der Königsfigur hat der mittlerweile 80-jährige Restaurator in den vergangenen Jahren fürs Frankenberger Museum wieder ihre alte Schönheit zurückgegeben.

Heiner Wittekindt wird über die Restaurierung der gesamten Figurengruppe in einem Vortrag am Freitag, 23. Februar, ab 17 Uhr berichten. Der 73-jährige pensionierte Pfarrer und ausgewiesene Kenner sakraler Kunst der Region beendet auf eigenen Wunsch seinen Dienst am 31. Dezember nach zehnjähriger Tätigkeit als Leiter Museums im Kloster Frankenberg, er bleibt ihm aber durch den Museums-Förderverein verbunden.

Seine Nachfolge wird durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg in Kürze bekanntgegeben, heißt es.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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