Haina (Kloster)

Museum wird um Klosterladen erweitert

- Haina (Kloster) (apa). Ein kleines Museum kann auf dem Land nur schwer bestehen – deshalb hat sich der Verein der Freunde des Klosters Haina entschlossen, im Tischbeinhaus zusätzlich ein Klosterlädchen einzurichten.

„Es gab zwei Möglichkeiten“, sagt Vorstandsmitglied Wilhelm Helbig: „Das Angebot im Tischbeinhaus zurückfahren oder richtig durchstarten“. Die Klosterfreunde wollen durchstarten und mehr Besucher in das kleine Museum in Haina locken. Das Geburtshaus des Malers war zuletzt zu gering frequentiert: Im vorigen Jahr besuchten von den rund 6000 Menschen, die die Klosterkirche besichtigten, nur 1600 auch das Museum. Dabei ist es an sechs Tagen pro Woche geöffnet. Dieser Aufwand soll sich lohnen. Denn der Verein hat den Anspruch, dass das Museum nicht nur auf Anfrage geöffnet ist, sagt Helbig. „Welchen Sinn hat ein Museum, wenn es nicht offen ist?“ Überrascht vom Erfolg Hintergrund für die Idee, das Museum um ein Klosterlädchen zu erweitern, ist die Finanzierung; denn diese wird im Moment von den Einnahmen aus den Führungen und den Eintrittsgeldern für die Klosterkirche getragen – und das würde der Verein gerne ändern, sagt Wilhelm Helbig. Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter des Tischbeinhauses erstmals Tierfiguren aus Holz angeboten, die in der Schreinerei der Vitos-Kliniken angefertigt werden. Vom Erfolg war der Verein selbst überrascht, berichtet Helbig. Auch Weinflaschen, die in Verbindung mit der Wechselausstellung angeboten wurden, verkauften sich deutlich besser als erwartet. Nun zieht der Verein die Konsequenz: Wenn diese Angebote gut ankommen, warum nicht auch andere? Die Holzarbeiten werden in diesem Jahr wieder zum Verkauf angeboten. Auch die ausgestellten Bilder aus der Kunsttherapie unter dem Motto „Malen und Heilen“ können erworben werden, zudem sind auch einige Töpferarbeiten von Patienten im Angebot. Verbindung zur Kirche Doch um eine gewisse Kontinuität und Qualität zu bieten, verkaufen die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Tischbeinhaus nun auch Keramik vom Hof Fleckenbühl. Im Mittelpunkt stehen Becher mit einem Relief des berühmten Motivs mit den drei Hasen, das sich auch auf der sogenannten Hasenglocke in der Klosterkirche wiederfindet. In einer Vitrine ist eine kleine Auswahl an Exponaten zu diesem Motiv zu sehen: aus Salzteig, Metall oder kunstvoll auf Ostereiern. Auch Schüsseln, Kannen und Teelichthalter sind erhältlich, außerdem verschiedene Bienenwachskerzen und Honig aus Haubern. Bereits am ersten Wochenende haben sich Besucher des Tischbeinhauses begeistert gezeigt und einiges gekauft, berichtet Ursula Spalding, die am Osterwochenende den ersten Dienst in der Saison übernommen hatte. Außer ihr betreuen Heinz-Wilhelm Kessler, Werner Otto, Veronika Schreiber und neuerdings auch Rosi Ibelhäuser das kleine Museum an der Klostermauer. Die Erweiterung des Tischbeinmuseums um ein Klosterlädchen ist vorerst ein Versuch. „Das wird kein Gemischtwarenladen“, sagt Helbig. Vier Regale haben die Klosterfreunde vorerst mit den Waren gefüllt – sie wurden übrigens aus Eichenholz aus den Stiftungsforsten Kloster Haina angefertigt. „Wenn es ein Erfolg wird, können wir immer noch erweitern“, sagt Helbig. Die ersten Reaktionen sind jedenfalls positiv. Der Eintritt zur Wechselausstellung und zum Klosterlädchen ist frei, für die Besichtigung der Tischbein-Räume im oberen Stockwerk kostet der Eintritt 1,50 Euro.

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