Erstes Konzert der fünfte Klasse

Die Musik schweißt Schüler zusammen

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Fünftklässler lernen in der Orchesterklasse in diesem Jahrgang Blechblas- und Streichinstrumente. Am Wochenende gaben die jungen Musiker ihr ersten eigenes Konzert beim Tag der offenen Tür an der Edertalschule.Fotos: Dorothea Wagener

- Gerade ein halbes Jahr ist die neue Orchesterklasse alt. Beim Tag der offenen Tür an der Edertalschule haben die 22 jungen Musiker der fünften Klasse eine schöne Werbung für die nächste Orchesterklassengeneration gemacht.

Das zweite Halbjahr hat begonnen, der Stundenplan hat sich nur leicht verändert und es hat nur einen Lehrerwechsel gegeben. „Das erste Halbjahr ist total schnell herum gegangen“, sagen die Schüler aus der 5d, „und wir fühlen uns total wohl hier“. Die Kinder haben sich gut eingelebt im Gymnasium. Sie sind zu einem kleinen Orchester zusammengewachsen und haben schon viel gelernt.

Das beweisen sie an diesem Morgen auf ein Neues: Im Dezember haben die 7 Jungs und 15 Mädchen noch gemeinsam mit der Orchesterklasse sechs und dem Jugendorchester in der Kulturhalle ihren ersten Auftritt gehabt. Heute sitzen sie alleine auf der Bühne und erwecken den Anschein, als sei es das normalste der Welt. „Stück für Stück führen wir die Kinder an Auftritte heran, das gehört zur Orchesterarbeit dazu“, sagt Martin J. Fischer, der die Orchesterklasse leitet. „Jedes neue Stück ist ein bisschen anspruchsvoller, dann macht auch das Üben mehr Spaß. Heute morgen wollen wir den Besuchern zeigen, was die Kinder nach einem halben Jahr schon können“. Auf die Frage, wie es den Kindern geht, haben die Schüler eine eindeutige Antwort: „Wir hatten ja alle ein gleiches Ziel, als wir uns in die Orchesterklasse eingewählt haben. Diese Gemeinsamkeit hat uns von Anfang an stärker verbunden und uns zusammengehören lassen, obwohl wir zum Teil ganz unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Dadurch waren wir ganz schnell eine Einheit.“ Diese Erkenntnis kommt von den elfjährigen Kindern, die sich in der Schule der Musik widmen. Sie haben noch mehr erstaunliche Antworten.

Die Schüler sollten einen Fragebogen beantworten und Resümee ziehen aus dem ersten Halbjahr in der Orchesterklasse. Heraus kam, dass sich alle wohlfühlen und „angekommen sind“ in der großen neuen Schule. Dass ihnen die Orchesterklasse gut gefällt und sie sich alle nochmal für diese Klasse entscheiden würden. Dass ihre Erwartungen erfüllt oder gar übertroffen wurden.

Doch wo es positive Stimmen gibt, gibt es naturgemäß auch ein paar negative: Einige wenige hätten gerne ein anderes Instrument ausgewählt, „doch die Bereitstellung der Instrumente hängt einerseits vom Bedarf im Jugendsinfonieorchester ab, um eine symphonische Besetzung aufrecht erhalten zu können“, sagt der Orchesterleiter Markus Wagener, „und um qualitativ hochwertigen Unterricht anbieten zu können, gilt es andererseits, im Sinne eines kostengünstigen Angebotes Kompromisse bei der Besetzung einzugehen.“

Für 34 Euro pro Monat inklusive Monatsmiete und Instrumentenversicherung sei es nicht möglich, jedes Orchesterinstrument im Einzelunterricht anzubieten. So findet der Unterricht in kleinen Gruppen statt, und das sind in diesem Jahrgang eben Blechbläser und Streicher.

Dass sich die Kinder damit arrangiert haben, erfreut umso mehr, denn wenn es um die Frage geht, ob sie den jetzigen Viertklässlern die Orchesterklasse empfehlen würden, meinen alle „Ja!“ und die Kommentare dazu lauten: „Weil die Schule so mehr Spaß macht“, „weil es cool ist, weil man viel lernt und eine tolle Gemeinschaft hat“.

Den Gruppenunterricht finden die meisten gut, „weil man als kleine Gruppe schon mehrstimmig spielen kann und sich das ganz toll anhört“, aber „wenn ein Kind etwas schneller vorankommt als ein anderes, kann es auch schon einmal etwas langweilig werden“.

Der überwiegende Teil der Klasse übt etwa 15 bis 30 Minuten jeden Tag. Der Orchesterklassenleiter empfiehlt täglich zehn Minuten. Die meisten spielen auch ihren Familien etwas vor und finden es bis jetzt nicht weiter schwer, ein Instrument zu erlernen. Daher wünschen sich die Schüler für das zweite Halbjahr mehr Konzerte und Auftritte und mehr „coole Lieder“, was ein Beweis dafür ist, dass sie die Bühnenluft und den Applaus für das, was sie sich erarbeitet haben, trotz der Aufregung sichtlich genießen.

Und das merkt man auch an diesem Morgen in der Kulturhalle, als die Besucher am Tag der offenen Tür der Edertalschule von der Orchesterklasse mit dem „Piratenlied“ und dem „Nur-Drei-Töne-Song“ begrüßt werden. „Wenn wir zusammen Musik machen, sind wir Eins“, meint eines der Kinder, und ein anderes: „Es ist von vorne bis hinten cool!“

von Dorothea Wagener

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