Kreisposaunenfest in Bottendorf

90 Musiker werden zu einem Chor

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Beim Festgottesdienst zum diesjährigen Kreisposaunenfest des Frankenberger Landes vereinigten sich in der Bottendorfer Martinskirche mehr als 90 Instrumentalisten zu einem großen Bläserchor.Fotos: Völker

Burgwald-Bottendorf - Musiker aus dem Frankenberger Land haben gemeinsam ihrer Leidenschaft für die Musik Ausdruck verliehen. Beim Kreisposaunenfest in Bottendorf galt es aber auch, verdiente Musiker zu ehren.

Ein Kurrendeblasen auf der Dorfbrücke, Posaunenmusik in verschiedenen Straßen des Ortes, dann ein festlicher Abendmahlsgottesdienst mit 90 Musikern in der Bottendorfer Martinskirche - so feierten die Chöre aus den evangelischen Kirchengemeinden des Frankenberger Landes am Michaelissonntag ihr Kreisposaunenfest. „Man predigt nicht nur mit Worten, sondern auch mit Musik“, stellte Pfarrer Konrad Schullerus fest, als er zu Beginn des Jahrestreffens die kirchenmusikalische Arbeit der Bläserchöre würdigte.

Zwar gab es in Bottendorf in diesem Jahr kein besonderes Jubiläum zu feiern, aber der „alte“ Bottendorfer Posaunenchor - gegründet 1903 - und der Jugendposaunenchor der Kirchengemeinde waren sofort bereit, als Kreisposaunenwart Dr. Marco Werchner aus Ernsthausen darum bat, die Gastgeberschaft zu übernehmen. In verschiedenen Chorproben und am Nachmittag vor dem Festgottesdienst bereiteten sich die Musiker auf die anspruchsvolle Aufgabe vor.

Eine „Sonatina“ des Barockkomponisten und Trompetenvirtuosen Gottfried Reiche eröffnete den Gottesdienst, gefolgt von einem Bläsersatz des bekannten Stückes „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dabei zeigte sich, dass der große Kreis-Bläserchor nicht nur in den hohen Trompetenstimmen, sondern auch mit seinen weit mensurierten Bass-Instrumenten hervorragend besetzt ist. Mehrere moderne Sätze von Christian Sprenger und Anne Weckeßer, teilweise auch als Zwischenspiele im Wechsel mit dem Gemeindegesang eingesetzt, bestachen durch aparte Harmonik und polyphone Lebendigkeit in der Stimmführung.

Seit 70 Jahren im Posaunenwerk aktiv

Ein Stück Posaunengeschichte wurde lebendig, als nach dem von ihm ausgewählten Kuhlo-Chorsatz „Lobet den Herren“ der Bottendorfer Karl Schneider mit einer Ehrenurkunde für 70-jährige aktive Bläserschaft des Posaunenwerks ausgezeichnet wurde. Der Kreisposaunenwart rechnete in seiner Laudatio die Summe von mehreren tausend Stunden aus, die der Geehrte für seinen Dienst als Musiker aufgewendet habe - „zusammen ein ganzes Lebensjahr“, meinte Werchner. Karl Schneider war ab 1948 Schriftführer und von 1955 bis 1996 Mitglied des Vorstandes. Er integrierte den von Pfarrer Eckhard Geigenmüller im Jahr 1979 gegründeten Jugendposaunenchor, warb viele Nachwuchsbläser und machte Bottendorf zur Posaunenhochburg. „Wenn der Posaunenchor rief, war Karl für uns da. Du hast unseren Chor viele Jahre lang geformt“, sagten Heinz Bomm und Hermann Cronau, die ihrem Ehrenvorsitzenden mit einem Geschenk dankten und seiner Ehefrau Maria Blumen überreichten. Für die Bottendorfer Kirchengemeinde lobte Pfarrer Schullerus die Begeisterung, mit der Schneider bis heute für die Posaunenmusik werbe.

Im nächsten Jahr gibt es wieder ein Chorjubiläum zu feiern: Die Stafette für diese „Rundreise“ der Posaunenchöre - ein Altar-Antependium mit der gestickten Aufschrift „Lobet den Herren“ - bekam am Ende Marius Schmidt für den Posaunenchor aus Bromskirchen vom Kreisposaunenwart überreicht. Anlässlich seines 60-jährigen Bestehens wird der dortige Chor das Fest ausrichten. (vk)

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