Gemeinsames Konzert verschiedener Schulen zeigt große Bandbreite der musikpädagogischen Arbeit

Musikpädagogik zahlt sich erneut aus

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Frankenberg - Leuchtende Kinderaugen, hochgewachsene junge Damen, Zahnlücken, glänzende Instrumente, Jungs in Anzügen und viel Bewegung auf der Bühne: Das Kooperationskonzert der Musikschule Frankenberg mit der Edertalschule, Ortenbergschule und Regenbogenschule zeigte eine große Bandbreite von Schulmusik.

Es war das dritte Konzert dieser Art während der zehnjährigen erfolgreichen Kooperation der Schulen mit der Musikschule, und für die Ortenbergschule war es auch einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen.

Der Altersunterschied der etwa 170 jungen Akteure des Abends zeigte wieder einmal, wie wichtig es ist, jungen Kindern einen Zugang zur Musik zu verschaffen. Während die Kleinsten unter ihnen mit Trommeln und Klanghölzern die Kulturhalle stürmten, warteten die größeren mit ihren Instrumenten im Hintergrund geduldig auf ihren Auftritt. Es ist also nicht nur das Musizieren, sondern auch das Miteinander, das die Kinder von klein auf lernen.

Die JeKi-Kinder der Regenbogenschule sangen zunächst kleine Ausschnitte aus dem Stück „Der Rattenfänger von Hameln“ unter Leitung von Eva-Maria Scholze und wurden begleitet von der obligatorischen Flöte und einem Streichensemble von Edertalschülern (Leitung Jan Oracko). Mit ihren hellen, klaren Stimmen und den prima gemeisterten schwierigen Einsätzen gelang den Grundschülern ein frischer, schöner Auftritt.

Die verschiedenen Bläsergruppen der Ortenbergschule formierten sich immer wieder neu: Die Bläserklasse 5 (Leitung Judith Göbel) präsentierte einen knackigen Marching-Band-Sound mit „Let‘s play“ und „Let‘s rock“, die Bläserklasse 6 unter Leitung von Miriam Meyer zeigte, dass man auch mit nur zwei Flöten und drei Trompeten ein gutes Arrangement von „La Cucaracha“ und „La Bamba“ sehr ansprechend spielen kann. Schwieriger waren die Trompetenfanfare der Bläsergruppe und das „Oye como va“ des Blasorchesters, das trotz des anspruchsvollen Rhythmus mit vielen Synkopen hervorragend gelang.

Trotz des unterschiedlichen Ausbildungsstandes war es möglich, dass alle Bläser auch gemeinsame Stücke wie „Oh Susanna“ vorbereitet haben.

Das Publikum geht mit

Die Flötengruppe der Ortenbergschule (Leitung Astrid Schwieder) hatte mehrstimmige Stücke eingeübt, die sich mit der Begleitung vom Band zu einem schönen Gesamtklang verbanden. Bei „Let‘s twist again“ ging das Publikum im Rhythmus mit, was ein Beweis dafür war, dass das Instrument, das viele Kinder aufgrund seiner vergleichsweise leichten Spielbarkeit zunächst lediglich zum Notenlesen erlernen, durchaus konzertwürdig ist.

Auch die kleine Gruppe der Gitarren-AG, geleitet von Miriam Meyer animierte die etwa 250 Zuhörer zum Mitmachen: Sie spielte die Begleitung zu „Mamor, Stein und Eisen bricht“ und „Proud Mary“, während das Publikum lauthals die Melodie sang. Bei allem ist es schön zu sehen, dass die Pädagoginnen der Ortenbergschule immer wieder auch selbst zum Instrument zu greifen und mit ihren Schülern musizieren, um sie zu unterstützen.

Die Orchesterklasse fünf der Edertalschule spielte unter der Leitung von Martin Fischer sehr konzentriert ein französisches Volkslied und „Old Mac Donald“. Die Kinder erhalten seit einem Dreivierteljahr instrumentalen Unterricht von Lehrern der Musikschule und zeigten eine beachtliche Leistung.

Genau wie die fortgeschrittene Orchesterklasse 6 (Leitung: Matthias Müller), die vor allem mit „Osse Shalom“ veranschaulichte, dass sie bereits im zweiten Ausbildungsjahr ist. Bei dem immer schneller werdenden und sehr rhythmischen Stück stachen vor allem die drei Holzbläser mit einer anerkennenswerten Leistung hervor.

Das Jugendorchester, dirigiert von Gertrud Will und Martin Fischer, bot aufgrund seiner Größe einen beachtlichen Gesamtklang und ließ mit den Stücken „My heart will go on“ und „A Scottish Ballade“ musikalisch wie auch optisch keine Wünsche offen.

Beim gemeinsamen Schlussstück nahmen die erfahreneren Schüler aller drei Schulen die jüngeren in ihre Mitte und wurden eins mit dem Stück „Let‘s play together“.

Ältere rahmen Jüngere ein

Eine Bühne voller begeisterter musizierenden Kinder ist der Beweis, dass das Konzept der Schulen aufgeht und sich das außerordentliche Engagement der Musikpädagogen auszahlt. „Für uns ist die Arbeit mit der Musikschule zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, sagte die Schulleiterin der Ortenbergschule, Cornelia Schönbrodt, „und sie ist aus unserem Schulalltag nicht wegzudenken“.

Von Dorothea Wagener

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