500 Zuhörer in der Ederberglandhalle 

Musikzug Bottendorf: Zum Abschied von Dirigent Bomhardt große Klänge

Historisches Foto: Überraschend für den Dirigenten Jörg Bomhardt (Mitte)marschierten am Ende des Konzerts noch einmal alle ehemaligen Instrumentalisten, die während seiner 25-jährigen Dirigentenzeit beim Musikzug ausgebildet und geleitet worden waren, auf die Bühne. Mit mehr als 70 eigenen Musikern begeisterten sie das Publikum mit drei – heimlich geübten – Zugaben. Fotos: Völker

Bottendorf/Frankenberg. Mehr als 500 Zuhörer kamen zum Jahreskonzert des Musikzugs Bottendorf. Jörg Bomhardt wurde zu seinem Abschied zum Ehrendirigenten ernannt.

Unter dem Motto „Neue Wege“ präsentierte der Musikzug Bottendorf/Burgwald sein Jahreskonzert in großer Besetzung mit vielen neuen, jungen Musikern, aber auch allen Ehemaligen: Mit ihnen standen am Ende mehr als 70 Instrumentalisten auf der Bühne, um sich als großes Ensemble von ihrem Dirigenten Jörg Bomhardt nach 25-jähriger Stabführung zu verabschieden.

Mehr als 500 Zuhörer, für die in der Ederberglandhalle zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten, applaudierten mit Begeisterung stehend den Musikern und ihrem scheidenden Leiter.

Wie weit das Repertoire des Musikzuges Bottendorf/Burgwald über alle Genres und Musikepochen hinausreicht, welche Klangnuancen von traditioneller Marsch- und Blasmusik bis hin zu moderner sinfonischer Malerei und dramatischem Filmsoundtrack (auch hier „neue Wege“!) in diesem Orchester stecken, demonstrierte das Ensemble in seinem zweistündigen Programm mit faszinierender Perfektion. Bildprojektionen, dazu Informationen von Moderator Konrad Schullerus lieferten Hintergrundwissen.

Die Arrangements der Bläsergruppen spiegelten musikantische Fantasie. Als Beispiel sei etwa nur Billy Joels „Piano Man“ genannt mit aparten Klangfarben zwischen feiner Mundharmonika, weit mensurierten Tenorhorn-Schattierungen bis hin zu scharfen Trompetenspitzen.

Das breit aufgestellte Schlagwerk mit Pascal Blaschke am Xylofon lieferte dem Ensemble seine ganz besondere Dynamik.

Ein sinfonischer Höhepunkt war die Programmmusik von Michael Eisler über die Jungfernfahrt des Luftschiffs „Zeppelin“ 1937 mit tragischem Ende in Lakehurst. Zu den solistischen Meisterstücken gehörte „Für Theresa“ mit Kevin Klinge an der Tuba. Jörg Bomhardt war in allen Teilen des Programms souveräner Dirigent, der die Einsätze präzise mit der linken Hand gab, zwischen Crescendo und lyrischem Holzbläserklang fein abgestufte Linien zog.

Hauptberuf Musikpädagoge

Im Hauptberuf Musikpädagoge an der Frankenberger Burgwaldschule, hatte er sich nach 25-jährigem Dirigentenamt für den Musikzug ebenso wie für sich selbst einen Wechsel gewünscht (HNA berichtete), auch um „neue Wege“ zu eröffnen. Für ihn beginnen nun „neue Wege“ als Dirigent beim Musikverein Ober-Waroldern.

„Verlässlich, aufgeschlossen und humorvoll“ sei Bomhardt mit den Musikern umgegangen, lobte Musikzug-Vorsitzender Tristan Mitschke in seinen Dankesworten. Es sei unter Bomhardts Dirigentenzeit mit den Leistungen des Orchesters „steil bergauf gegangen“. Bomhardt wurde zum Ehrenmitglied und Ehrendirigenten des Ensembles ernannt.

Sein Wirken würdigten auch Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch, Armin Fleck vom MGV, Martin Althaus vom Schützenverein und Pfarrer Schullerus für die Kirchengemeinde Bottendorf. „Als Vollblutmusiker, dessen Hilfsbereitschaft zu anderen Musikvereinen seinesgleichen sucht“, lobte Reinhard Tent (Twistetal) vom Hessischen Musikverband Bomhardt.

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