Battenberg

NABU und BUND informierten über geplante Bundesstraße

- Battenberg (ph). Groß war das Interesse zum möglichen Bau einer neuen Bundesstraße durchs obere Edertal: Mehr als 100 Menschen besuchten einen Vortragsabend der Naturschutzverbände BUND und NABU.

„Stop A 4“ lautete das Thema in der Burgberghalle. Der Name spielt auf den geplanten Lückenschluss der Autobahn 4 von Kreuztal nach Hattenbach an. Im Gespräch ist eine kreuzungsfreie Bundesfernstraße.

Die Besucher erhielten in zwei Stunden ausführliche und vielfältige Informationen zum geplanten Neubau der Bundesfernstraße A 4 in unserer Region. Nach Darstellung der Naturschutzverbände sind die Planungen schon weit vorangeschritten. Sie weisen auf „gravierende Einschnitte“ in die Natur hin und lehnen die geplante Version ab. Gefordert wird stattdessen der Ausbau der bestehenden Bundesstraßen zu leistungsfähigen Fernstraßen. NABU-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider (Laisa) begrüßte die zahlreichen Besucher in der Burgberghalle. Der Abend diene der Information über die Auswirkungen der Straße, außerdem solle über das entstandene Netzwerk „Stop A 4“,dem sich bereits 35 Institutionen zwischen Kreuztal und der Schwalm angeschlossen haben, berichtet werden. Schneider betonte, dass es in unserer Region eine schützenswerte Natur gibt.

Erstmals im Jahr 1978 gab es eine Planung für die Autobahn 4 in unserer Region. Bereits damals wurden erhebliche Widerstände in der Aktion „Rettet den Burgwald“ angemeldet. Das Projekt wurde in den vergangenen 30 Jahren weiter verfolgt. Aktuelle Planungen basieren auf einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2007. Zwei Originalkarten sowie große Bilder mit Fotomontagen waren in der Burgberghalle ausgehängt. Detaillierte Informationen zu den Planungen stellte Wulf Hahn vom Fachbüro Regio-Consult aus Marburg vor. In seinem Referat berichtete Hahn über die in der verkehrswirtschaftlichen Untersuchung betrachteten Varianten. Dabei lenkte er die Aufmerksamkeit besonders auf die Planungen im Bereich zwischen Hatzfeld und Frankenberg.

Angesprochen wurden unter anderem die „Taburäume“ wegen des Naturschutzes, die zu erwartenden Verkehrsbelastungen und die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen.

Der Lückenschluss zwischen Olpe und Hattenbacher Dreieck ist 137 Kilometer lang. Auch die nun als Alternativroute geplante „A 4 light“ werde nicht kürzer, stellen die Naturschutzverbände fest. Die Gesamtkosten werden auf 2,33 Milliarden Euro geschätzt. Heinz-Günther Schneider hofft, dass von der Informationsveranstaltung ein Signal zum Widerstand gegen die A-4-Planungen ausgeht. „Wenn die A 4 wie geplant gebaut wird, ist das obere Edertal nicht mehr wiederzuerkennen.“ Er hält die Zeit für Podiumsdiskussionen über dieses Thema für gekommen.

Ein weiteres Zeichen des Widerstandes gegen die geplante Straße soll am heutigen Samstag, 12. September, um 13 Uhr gesetzt werden.Die fünfte „Widerstandseiche“ soll in der Gemarkung „Auf dem Kreutz“ in Richtung Berghofen zwischen den Bundesstraßen 236 und 253 gepflanzt werden. Eine weitere Widerstandseiche wird in Kürze in Elsoff gepflanzt.

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