Nach Ausbruch von Straftäter: Klinik rüstet um

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Klinik für forensische Psychiatrie in Haina: Aus dem Gebäude im Hintergrund (Haus 9) war ein Straftäter im Mai geflüchtet.

Haina-Kloster. Von zwei Vorfällen in der Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie in Haina, die psychisch kranke Straftäter betreut, hat die stellvertretende Klinikleiterin Dr. Silke Kielisch dem Forensikbeirat am Donnerstagabend berichtet: der Flucht eines 39-jährigen Straftäters im Mai und dem Polizeieinsatz im Oktober, der notwendig war, um eine Patientin zu bändigen.

Zu beiden Vorfällen, über die die HNA bereits berichtete, hatten die Beiratsmitglieder Fragen:

• Wie konnte der 39-Jährige aus der geschlossenen Station 9 ausbrechen? Dazu hatte die Klinik im Mai keine Angaben gemacht, um keine Nachahmer zu animieren. Mittlerweile seien bauliche Maßnahmen vorgenommen worden. Damit sei ausgeschlossen, dass andere Patienten auf diese Weise fliehen könnten, sagte Dr. Kielisch. Nähere Informationen gab es aber auch am Donnerstag nicht.

Wie berichtet, war der 39-jährige Patient in der Nacht ausgebrochen und hatte eine große Suchaktion ausgelöst. Am Abend hatte er eine Joggerin in der Ortslage von Haina angesprochen und nach Einkaufmöglichkeiten gefragt. Durch ihre Hinweise war der Mann von der Polizei gefasst worden.

• Ende Oktober hatte die Polizei einen Einsatz in der Forensik, weil eine Patientin sich im Speisesaal verschanzt hatte und mit Tassen und Geschirr um sich warf. Beiratsmitglieder wollten wissen: Kann das Pflegepersonal solche Patienten nicht selbst bändigen und wie oft kommen Polizeieinsätze in der Forensik vor?

Für solch einen massiven Angriff seien die Stationen nicht ausgerüstet. „Wir haben zum Beispiel keine Schutzschilde“, erläuterte die stellvertretende Klinikleiterin. Zur Häufigkeit solcher Polizeieinsätze auf den Stationen sagte Pflegedienstleiterin Gudrun Gaertner, dass der im Oktober der zweite in den vergangenen 20 Jahren gewesen sei. (mab)

Quelle: HNA

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