Nach Einbruch in Pfarrhaus: Drogentherapie statt Haft

Frankenberg. Zuletzt war er in ein Pfarrbüro im Frankenberger Land eingebrochen und hatte mehrere elektronische Geräte gestohlen, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten hat das Amtsgericht Frankenberg am Donnerstag einen 37-Jährigen aus Waldeck-Frankenberg verurteilt.

Allerdings hat der Angeklagte die Möglichkeit, statt der Haftstrafe sich in eine Drogentherapie zu begeben. Nicht mehr in Betracht kam die Aussetzung der Strafe auf Bewährung, wie Richterin Andrea Hülshorst und auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft betonten.

Denn der seit 20 Jahren drogensüchtige Mann hat eine lange Liste von Vorstrafen – darunter vor allem Diebstahl, aber auch Körperverletzung und räuberische Erpressung. Er hat bereits etliche Haftstrafen verbüßt und war während mehrerer Bewährungsstrafen erneut straffällig geworden.

Das war auch im Juni 2010 der Fall, als er in das Pfarrbüro einbrach. Erst zwei Wochen zuvor hatte ihn die Frankenberger Richterin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Eine Rückfallgeschwindigkeit, die Andrea Hülshorst nicht gerade erfreute.

Aber man müsse sehen, dass der Angeklagte unter enormen Suchtdruck gestanden habe, räumte die Richterin zu seinen Gunsten ein.

Mittlerweile hat der Angeklagte freiwillig eine Entgiftungstherapie absolviert und versucht nun in einer Drogenklinik als Übergangseinrichtung, sich körperlich und psychisch zu stabilisieren. Eine Bewerbung für die Aufnahme in einer Drogentherapie-Einrichtung läuft. Deshalb ließ die Richterin die Möglichkeit offen, dass der Angeklagte statt der Haftstrafe die Drogentherapie absolvieren kann.

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Quelle: HNA

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