Nach Himalaya-Erdbeben leitet ein Ex-Korbacher ein Notfallprojekt

Hilfe vor Ort: Ein Team der Marburger Organisation Terra Tech ist in der Himalaya-Region nach dem Erdbeben unterwegs. Nicht im Bild ist der ehemalige Korbacher Thomas Meier, der in Nepal lebt und den Einsatz leitet. Foto: Terra Tech

Der aus Korbach stammende Ingenieur Thomas Meier ist mit einem Einsatzteam der Marburger Hilfsorganisation Terra Tech in das Erdbebengebiet in der Himalaya-Region aufgebrochen.

Mit einem mobilen Nothilfecamp zieht das aus fünf Ärzten, zwei Ingenieuren und weiteren Helfern bestehende Team von Dorf zu Dorf. Dabei müssen sie zum Teil zu Fuß in die abgelegenen Berge in der Nähe des Epizentrums vordringen.

Vom ersten Tag des Hilfseinsatzes berichtet Meier, der den Einsatz leitet, dass man in einem kleinen Dorf 150 Menschen medizinisch versorgt habe. Ein Teil der Ärzte kehrte zurück in die Krankenhäuser von Pokhara, wo sie dringend für die Schwerverletzten gebraucht werden. Der andere Teil blieb in der Bergregion, wo das mobile Medical Camp nach Angaben von Terra-Tech-Mitarbeiter Frank Beutell bereits mehr als 250 Menschen in zwei Dörfern versorgt hat.

Zudem wird ein weiterer Hilfskonvoi mit Zelten, Decken und Nahrung vorbereitet, um die Zeit zu überbrücken, bis die großen Hilfsorganisationen die abgelegenen Orte erreichen.

Der Korbacher Ingenieur Thomas Meier lebt bereits seit mehreren Jahren mit seiner Familie in Nepal. Terra Tech ist seit 2012 gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation International Nepal Fellowship in der Region aktiv. Nach Auskunft von Frank Beutell haben sie 34 Krankenhäuser und Gesundheitsstationen in West-Nepal mit Solarenergie- und Solarthermieanlagen ausgestattet, um die Stromversorgung zu gewährleisten. Das Projekt wurde im Dezember abgeschlossen.

Das Epizentrum des schweren Erdbebens, das die Himalaya-Region am Samstag erschütterte, lag unweit der Hauptstadt Kathmandu. Terra Tech ging mit seinem Hilfskonvoi aber nicht ins Landeszentrum, sondern in die Region Gurkha, über die bisher nur wenige Informationen vorliegen. Bislang hat die Katastrophe mehr als 4400 Tote und Tausende von Verletzten gefordert. Es wird befürchtet, dass bis zu 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

Die Hilfsorganisation Terra Tech hilft nach eigenen Angaben notleidenden Menschen in aller Welt und sorgt vor allem nach Naturkatastrophen für Strom, Wasser, Kleidung und medizinische Güter. Seit 1986 hat der Verein mehr als 400 Projekte in 46 Ländern realisiert.

Weitere Informationen: www.terratech-ngo.de

Quelle: HNA

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