Blitzer auf der B 252

Nach Marburg blitzt es sechs Mal mehr

Burgwald/Wetter - Insgesamt 14 Blitzer kontrollieren seit dieser Woche die Geschwindigkeit der Autofahrer, die zwischen Frankenberg und Marburg fahren. Im Laufe des Jahres sollen es noch mehr werden. Auch die Strecke über Rosenthal und Cölbe wird künftig dauerhaft kontrolliert.

Mitarbeiter eines Elektrotechnik-Unternehmens aus Wetter sind seit einigen Tagen damit beschäftigt, neue Blitzer-Säulen in der Stadt Wetter zu installieren. An insgesamt sieben Stellen in der gesamten Stadt müssen Autofahrer nun damit rechnen, „fotografiert“ zu werden, wenn sie sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

Ein Blitzer steht seit einigen Monaten in Niederwetter, zwei weitere sind nun in Todenhausen dazu gekommen, vier in der Kernstadt. Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka erklärte, dass nicht jede Säule immer blitze – es gibt sieben Säulen, die die Geschwindigkeit in beide Richtungen messen können und fünf Kameras, die zwischen den Säulen wechseln. Eine der neuen Messanlagen bietet zudem die Möglichkeit, Motorradfahrer zu „fotografieren“, da sie Heckaufnahmen machen kann.

Die neuen Messanlagen ziehen bereits die Wut der Autofahrer auf sich, bevor sie überhaupt das erste Foto geschossen haben: Wie Bettina Kastaun vom Elektrotechnik-Unternehmens, das die Anlagen derzeit installiert, berichtet, werden die Mitarbeiter während ihrer Arbeit von Vorbeifahrenden beschimpft. „Stellt lieber Kaffeemaschinen auf“ gehöre dabei zu den harmlosen Zurufen.

14 Blitzer in sieben Orten Auch von Abzocke ist bei den Fahrern die Rede – schließlich stehen auf der rund 40 Kilometer langen Strecke von Marburg nach Frankenberg mittlerweile 14 Blitzer in sieben Orten. Zwei weitere sollen bis Ende Mai in Lahntal-Göttingen folgen. Beschlossen sind von der Stadt Marburg zudem drei Blitzer auf der Stadtautobahn. Drei Blitzer stehen zudem in den Burgwalder Ortsteilen Bottendorf und Ernsthausen – anders als in den Kommunen des Nachbarlandkreises gilt hier allerdings kein nächtliches Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Um die Blitzer entlang der B 252 zu umfahren, nutzen Autofahrer zunehmend die Strecke über Rosenthal und die Cölber Ortsteile Bracht und Schönstadt. Bisher gibt es dort keine Geschwindigkeitsmessanlagen. Das Rosenthaler Parlament hat sich sogar nach langer Diskussion gegen Blitzer in Rosenthal ausgesprochen (die FZ berichtete).

Anders sieht es in der Gemeinde Cölbe aus: „Wir haben lange in Schönstadt und bei Schwarzenborn auf mobile Messungen gesetzt, aber erkennen müssen, dass wir so das Problem der Geschwindigkeitsüberschreitung nicht in den Griff bekommen“, sagt Cölbes Bürgermeister Volker Carle . Und weiter: „Die Standorte für die Blitzstationen stehen jetzt fest, die Verträge sind unterschrieben.“ Carle geht davon aus, dass sie Mitte bis Ende des Jahres zum Einsatz kommen werden. „Mittlerweile gibt es auch dafür schon Lieferzeiten“, so der Verwaltungschef. Wetters Bürgermeister Spanka sieht die Messungen nicht als Abzocke: „Wir haben doch alle in der Fahrschule gelernt, uns an Verkehrszeichen zu halten.“ Als das Ministerium das nächtliche Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde genehmigt habe, wurden die Kommunen entlang der Bundesstraße 252 aufgefordert, die Einhaltung der Geschwindigkeit selbst zu überwachen. Da bleibe laut Spanka nur die Möglichkeit zu blitzen – einen positiven Nebeneffekt für den städtischen Haushalt will er dabei gar nicht leugnen. Etwa 800.000 Euro Einnahmen sind im aktuellen Haushalt vorgesehen. Münchhausens Bürgermeister Peter Funk rechnet mit 780.000 Euro. Jeweils zwei Blitzer stehen in Simtshausen und Münchhausen. Von Haushaltssanierung auf Kosten der Autofahrer ist bei ihm keine Rede: „Dann hätten wir schon zehn Jahre früher angefangen zu blitzen.“ Vielmehr sei weiterhin der Standpunkt, dass die Umgehung gebraucht werde – dann benötige man die innerörtlichen Messanlagen nicht mehr.

Cölbes Bürgermeister möchte klarstellen, dass sich die Gemeinde durch die „Blitzer“ keine exorbitanten Einnahmen verspricht, aber eine deutliche Disziplinierung der Verkehrsteilnehmer. Das schaffe mehr Sicherheit für die Anwohner und auch mehr Ruhe. „Es sind nicht unbedingt die Motoren, die Lärm verursachen, sondern die Räder der Fahrzeuge“, sagt Carle. Je schneller gefahren werde, desto mehr Lärm werde produziert. Deshalb sei Tempo 30 zur Nachtzeit auf der Bundesstraße 3 in Schönstadt das richtige Signal. Eine Tempo-30-Zeit auf Höhe des Ortes Schwarzenborn wurde der Gemeinde abgelehnt. Dort bleibt es rund um die Uhr bei 80 Stundenkilometer. Dennoch wird auch dort ein Blitzer stehen, der in beide Richtungen fotografiert. „Man glaubt es kaum, mit welchen Geschwindigkeiten dort gefahren wird“, sagt Carle. Im Sinne der Schwarzenborner, die von der Dorfstraße auf die B 3 auffahren wollen, sei der Blitzer daher die richtige Antwort. Für die Autofahrer werden die Tempo-Vorgaben klar erkennbar sein, erklärt Carle, für den Rest sei jeder Fahrer dann selbst ?verantwortlich.

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