Nachmittagsangebot der Ortenbergschule

Nach der sechsten Stunde für Schüler da

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Astrid Dat, Friedhelm Pfuhl von Landkreis, Gisela Gaul, Nina Clemens, Schulleiterin Cornelia Schönbrodt, Marianna Pelich und Monika Klinger (von links) wissen um die Bedeutung eines Nachmittagsangebots an der Ortenbergschule.

Frankenberg - Die Ortenbergschule weitet ihr Nachmittagsangebot aus: Schüler können künftig auch freitags betreut werden. Insgesamt bietet die Schule in diesem Jahr 27 Kurse an.

Nach der sechsten Stunde ist Schluss – das war einmal. Heute geht die Schule meistens bis in den Nachmittag. Sport, Arbeitsgemeinschaften, Lernangebote halten die Schüler im Haus – auch aus Gründen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Ortenbergschule baut ihr seit zehn Jahren bestehendes Nachmittagsangebot in diesem Schuljahr aus. Künftig gibt es 27 Kurse, in die sich die Schüler einwählen können. „Wir haben schon 430 Anmeldungen“, sagt Pädagogin Nina Clemens – das sei zwar nicht mit 430 Schülern gleichzusetzen, da viele auch zwei Kurse wählten, dennoch sei die Zahl beachtlich.

Möglich ist die Ausweitung des Nachmittagsangebot auch, weil die Schule mehr Personal zur Verfügung hat: Fünf Damen kümmern sich fortan vom Mittagessen an, bis der letzte Schüler die Schule verlässt, um die Kinder – ganz abgesehen von den Lehrern, die in ihren Fächern nachmittags ins Detail gehen, sowie von Vereinen und der Stadtjugend-pflege.

Insgesamt stehen der Frankenberger Grund-, Haupt-, und Realschule für das Personal laut Friedhelm Pfuhl, Fachdienstleiter für Schulen und Bildung beim Landkreis, dafür in diesem Jahr 57500 Euro und eine halbe Stelle vom Land sowie weitere 10500 Euro vom Landkreis zur Verfügung. Besonders freute er sich, dass mit Astrid Dat eine Mitarbeiterin aus dem Projekt „Bürgerarbeiter“ in eine unbefristete, halbe Stelle geholt wurde. Dat unterstützt fortan Gisela Gaul in der Küche.

Selbst kaufen, selbst kochen

Auf die Mensa legt die Schule besonderes Augenmerk: „Wir kochen gemeinsam mit den Schülern“, erklärt Gaul: Kein Caterer übernimmt die Belieferung der Schule mit Essen, sondern Dat, Gaul und bis zu acht Schüler. Gekauft wird im Stadtgebiet, gekocht wird in der Küche der Mensa neben der Sporthalle. Das helfe, die Kosten für die Schüler so nied-rig zu halten, wie sie sind.

Freitags – das ist neu – gibt es ab sofort eine „offene Küche“. Dann kochen die Schüler für sich selbst. Sie melden sich vorher an und kochen ihre gemeinsam ausgesuchten Lieblingsgerichte, während andere bereits ins Wochenende gehen. Ebenso offen ist der weitere Freitag bis 15 Uhr gestaltet: Die Kinder dürfen selbst entscheiden, was sie machen wollen: basteln, spielen, Hausaufgaben, ein wenig Sport. Feste Nachmittagskurse gibt es am Freitag nicht.

Hilfe bei den Hausaufgaben

Ausgebaut werden ebenfalls die Angebote rund um die Hausaufgaben. Montags bis freitags, wenn das Nachmittagsprogramm bis 16 Uhr für die Schüler da ist, bieten Nina Clemens, Monika Klinger und Marianna Pelich Hilfe bei den Aufgaben. Nach Bedarf gibt es entweder echte Hilfe, also fast schon eine kleine Nachhilfestunde, oder aber eine Beaufsichtigung für eine konzentrierte Arbeit im Schulheft. „Gerade im mathematischen Bereich gibt es mehr Bedarf an einer Förderung“, weiß Nina Clemens.

„Für Eltern ist das ein interessantes Angebot“, wertet Schulleiterin Cornelia Schönbrodt das Gesamtpaket an der Ortenbergschule. Auch Friedhelm Pfuhl freut sich: „Wir haben jetzt 41 Schulen mit Ganztagsangeboten im Kreis“, sagt er – 13000 von 17000 Schülern würden davon profitieren. „Der Kreis möchte in die Breite gehen, dann erst in die Tiefe“, sagt er. Das wollte eigentlich die Ortenbergschule. So bleibt es bis zu einer Ganztagsschule mit verpflichtendem Nachmittagsangebot noch ein weiter Weg. Überall im Landkreis.

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