Es fehlt an Transport-Möglichkeiten – Privatwald hat Vorrang

Nach Sturm Friederike muss viel Holz in Waldeck-Frankenberg im Wald bleiben

Da sprüht es: Auf dem Nasslagerplatz im Burgwald wird Fichten-Langholz gelagert. Die Stämme werden regelmäßig beregnet. Das schützt sie vor Insekten und Pilzen. Hier stehen Johannes Flikschuh, Produktionsleiter des Forstamts Burgwald (links), und Forstwirtschaftsmeister Frank Kleinwächter vor einem der Holzpolter.

Waldeck-Frankenberg. Die Forstämter in Waldeck-Frankenberg sind derzeit mit der Aufarbeitung der 272 000 Festmeter Fichtenholz beschäftigt, die Sturm Friederike im Januar umgefegt hat.

Doch die Forstleute können gar nicht mit vollem Tempo die Stämme aus dem Wald holen. Es fehlt an Fuhrunternehmen zum Abtransport. Dabei beginnt nun, mit dem warmen Wetter, der Borkenkäfer sein zerstörerisches Werk.

„Das Nadelöhr ist der Holzabtransport. Die Fuhrkapazitäten reichen für normale Zeiten gerade so aus, aber nicht dafür, in kurzer Zeit so viel Holz aus dem Wald zu fahren“, schildert Jérôme Metz, Produktionsleiter im Forstamt Frankenberg. Zudem seien die Fuhrunternehmen noch mit der Abfuhr von Buchenholz beschäftigt – wegen des lange nassen Wetters später als sonst, ergänzt Martin Klein, Leiter des Forstamts Diemelstadt, wo Friederike besonders viele Fichten umwarf.

„Wir arbeiten nur so viel Holz auf, wie wir zum Abnehmer weitertransportieren können“, berichten sowohl Metz als auch Klein. Denn gerade die am Wegrand liegenden Stämme sind ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer und werden leicht von Pilzen befallen.

Vorrang bei der Aufarbeitung des Wurfholzes habe der Privat- und Kommunalwald, sagen die Forstämter. Bei staatseigenem Wurfholz setzen sie zum einen auf die „Lebend-Konservierung“: Friederike hat die meisten Fichten nicht umgeknickt, sondern umgeweht. Ein Teil der Wurzel ist noch in der Erde und versorgt die Stämme mit Feuchtigkeit. An feucht-schattigen Stellen kann dies ausreichen, den Befall mit Pilzen und Käfern zu verhindern – wenn der Sommer nicht zu heiß und trocken wird.

Zudem haben die Förstämter Burgwald und Vöhl ihre Nasslagerplätze wieder in Betriebe genommen, wo Fichtenstämme bis zur drei Jahre konserviert werden.

Hintergrund

Zahlreiche, insbesondere kleinere Betriebe geben den Holztransport auf, erläutert Fuhrunternehmer Lukas Mengel aus Bottendorf. Neben Altersgründen seien dafür ständig neue Auflagen und Reglementierungen verantwortlich. Gleichzeitig steige die Kontrolldichte. Es drohten hohe Sanktionen, wenn Fahrzeiten oder Ladegewichte nicht genau eingehalten würden. Zudem fehle es an Fahrern, die bereit sein, bei Wind und Wetter die schwierigen Fahrten und das Verladen der Stämme zu erledigen. Eine Ursache sei auch die bisherige Preispolitik der Holzkäufer, die stark auf die Preise für den Holztransport gedrückt hätten, sagt Mengel. 

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