Waldschäden

Nach Sturm und Dürre nun Gefahr durch Borkenkäfer in Waldeck-Frankenberg

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Schuld ist der Borkenkäfer: Der stellvertretende Leiter des Forstamtes Frankenberg, Jerôme Metz, zeigt befallene Fichten oberhalb des Goßberges in Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg. Den Wäldern zwischen Hatzfeld und Diemelstadt geht es im Moment gar nicht gut. Nach Wintersturm Friederike und zwölf Wochen Trockenheit im Sommer machen sich jetzt die Auswirkungen der Dürre bemerkbar.

Davon profitieren vor allem die Borkenkäfer, die sich explosionsartig vermehren und den vorbelasteten Fichten den Rest geben.

Diemelstadts Forstamtsleiter Martin Klein ist kein Typ, der Panik verbreitet. Mit seiner ruhigen, sachlichen Art, stellt er aber unmissverständlich fest: „Wir wussten, dass sich nach Sturm und Trockenheit die Käfer ausbreiten würden, aber dass das in diesem Tempo geschehen würde, ist für uns alle überraschend. Ein solches Ausmaß habe ich in 25 Jahren noch nicht gesehen. Die Borkenkäferkalamität nimmt einen Umfang an, den wir so noch nicht hatten.“

Auch die Buchen hätten unter der Trockenheit gelitten. Die hätten jedoch einen Notfallmechanismus, könnten bei Hitzestress Nährstoffe fürs nächste Jahr einlagern und würden dann ihre Blätter abwerfen.

Bei der Fichte sei das nicht möglich. Im Gegenteil: Die Fichte werde vom Borkenkäfer heimgesucht.

Klein: „Der Borkenkäfer schlägt gnadenlos zu. So habe ich das noch nicht erlebt. In Nordrhein-Westfalen haben sich schon ganz Hänge verabschiedet. Bei uns fängt das jetzt auch an.“

In der Folge befänden sich die Holzpreise im Sinkflug. Statt 93 Euro pro Festmeter gebe es jetzt nicht mal mehr 70 Euro für Fichtenholz.

Auch deshalb, aber vor allem, weil ganze Wälder in Gefahr seien, werde nun über den Einsatz von Kontaktgift nachgedacht, das auf liegende Stämme aufgebracht werde. Sobald die Borkenkäfer schlüpfen und das Gift berühren, sterben sie ab. Eigentlich hätten Insektizide im Wald nichts zu suchen. In dieser Situation müsse aber abgewogen werden. 

Quelle: HNA

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