Nach Unfall mit zwei Toten: Gericht vertagt Verhandlung gegen 24-Jährigen

Nach Unfall mit zwei Toten: Mann ab Montag vor Gericht

Frankenberg. Nach zweistündiger Verhandlung ist am Montag ein Prozess vor dem Amtsgericht in Frankenberg gegen einen 24 Jahre alten Mann aus Medebach auf Freitag, 9. September, vertagt worden.

Der junge Mann hatte am 23. Oktober 2010 gegen 13.55 Uhr auf der Bundesstraße 252 nahe der Frankenberger Kläranlage einen schweren Verkehrsunfall verursacht: Vermutlich infolge eines Sekundenschlafs war er mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und seitlich gegen einen Baum geprallt.

Zwei Mitfahrer starben noch an der Unfallstelle: ein 55-Jähriger und ein 25-Jähriger, beide aus Korbach. Zwei weitere Männer wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Auch der Angeklagte war bei dem Aufprall schwer verletzt worden und musste in eine Klinik nach Marburg eingeliefert werden.

Aktualisiert um 13:52 Uhr.

Mit der Vertagung der Verhandlung kam Richterin Andrea Hülshorst einem Antrag der Verteidigung nach. Die hatte gefordert, dass eine Aussage des Angeklagten noch im Rettungswagen für die Urteilsfindung nicht verwendet werden darf: Gegenüber einem Polizeibeamten hatte der 24-Jährige nach vorheriger Belehrung als Unfallursache angegeben, dass er wohl eingeschlafen sei.

„Jetzt weiß ich es wieder. Ich hatte wohl einen Sekundenschlaf“, soll der Angeklagte im Rettungswagen gesagt haben, wie der Polizist im Zeugenstand berichtete.

Sein Mandant sei bei dieser Äußerung auch wegen seiner selbst erlittenen Verletzungten in einem Schockzustand gewesen, begründete der Anwalt seinen Antrag. Bei seiner Spontanäußerung sei der Angeklagte nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen. Diese schockbedingte Äußerung dürfe insofern nicht als Beweismittel verwertet werden.

Bei der Verhandlungsfortsetzung am 9. September sollen nun auch die Notärztin an der Unfallstelle sowie ein Sachverständiger der Rechtsmedizin aus dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg gehört werden.

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Quelle: HNA

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