AfD-Sprecher im Interview

Nach Wahl-Erfolg: AfD will kommunalpolitisch mitmischen

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Hakola Dippel (53, Volkmarsen) ist Sprecher der AfD in Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg. Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat bei der Europawahl am Sonntag in Waldeck-Frankenberg auf Anhieb 7,9 Prozent erreicht und damit nach CDU (33,0 %), SPD (34,0) und Grünen (10,0) das viertbeste Ergebnis. Die FDP kam beispielsweise nur auf 4,3 Prozent.

Im Bund holte die AfD 7,1 Prozent. Wir haben am Montag mit Hakola Dippel gesprochen, dem Sprecher der AfD in Waldeck-Frankenberg.

Herr Dippel, wie bewerten Sie – mit einem Tag Abstand – das Ergebnis Ihrer Partei im Bund und im Landkreis?

Hakola Dippel: Das ist ein hervorragendes Ergebnis. Ich habe mir am Montagmorgen die Ergebnisse der einzelnen Bundesländer und besonders der hessischen Landkreise angeguckt. Es ist durchweg zu erkennen, dass die AfD im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 zwischen zwei und fünf Prozent zugelegt hat. Jetzt wollen wir die deutschen Interessen in Brüssel vertreten.

Mit welchen Themen hat Ihre Partei die Wähler überzeugt? 

Dippel: Es war zum einen der Mut, die Wahrheit zu sagen, auch wenn es weh tut. Wir haben uns deutlich positioniert und nicht nebulös drumherum geredet. Das ist bei den Wählern angekommen. Ich möchte noch mal deutlich sagen, dass wir nicht Europa kritisch gegenüberstehen, sondern der Einheitswährung Euro.

Sie haben in der Montagsausgabe der HNA bereits angedeutet, dass die AfD auch zur Kommunalwahl 2016 antreten werde. Der Euro als Wahlkampfthema mag bei einer Europawahl funktionieren. Mit welchen Themen wollen Sie aber auf kommunaler Ebene punkten? 

Dippel: Das kann man jetzt noch nicht definitiv sagen. Wir müssen uns zusammensetzen und über kommunalpolitische Themen sprechen. Wir sind nicht nur die Ein-Punkte-Partei, auf die wir oft reduziert werden. Es ist definitiv klar, dass wir 2016 für den Kreistag in Waldeck-Frankenberg antreten werden. Und in den Orten, in denen wir am Sonntag gute Ergebnisse erzielt haben, wollen wir Ortsverbände gründen, um auch kommunalpolitisch mitzumischen.

Ähnlich wie jetzt die AfD hat vor einigen Jahren auch die Piratenpartei als Neuling überall in Deutschland beachtliche Wahlergebnisse erzielt. Die Piraten haben mittlerweile aber wieder deutlich an Wählerstimmen verloren und spielen kaum noch eine Rolle. Befürchten Sie, dass die AfD ein ähnliches Schicksal ereilt? 

Dippel: Ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird. Ausschließen kann man das aber nie. Es gab auch bei der AfD in einigen Bundesländern Selbstzerfleischungstendenzen, das ist aber durch. Es muss uns jetzt gelingen, nach dem sehr guten Ergebnis der Europawahl vernünftige Programme in Bund, Ländern und Landkreisen aufzustellen. Die Piratenpartei war personalpolitisch durcheinandergeraten, ich hoffe, dass uns das nicht passiert. Bei der AfD sind mehr vernunftgesteuerte Menschen aktiv. Und auch in Waldeck-Frankenberg arbeiten wir sehr vernünftig miteinander, auch wenn wir nur ein kleiner Haufen sind. (jpa)

Quelle: HNA

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