Frankenberger Engbers-Filiale schließt

Der nächste Leerstand

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Mode für Herren zwischen 35 und 60 Jahren verkauft das westfälische Familienunternehmen Engbers. Nach dem 13. Dezember jedoch nicht mehr in Frankenberg: Die Filiale im Herzen der Fußgängerzone schließt ihre Pforten.

Frankenberg - Es lohnt nicht mehr: Nach Jahren des Umsatzrückgangs schließt die Engbers-Filiale. Die Mitarbeiterinnen sollen in Marburg oder Korbach weiter arbeiten können.

Ein weiterer Publikumsmagnet – insbesondere für reifere Herren – verlässt die Fußgängerzone. Der westfälische Herrenausstatter Engbers schließt seine Frankenberger Filiale nach dem Samstag, 13. Dezember. Kunden müssen dann nach Korbach oder aber nach Marburg fahren, um die zumeist als Eigenmarke hergestellte Kleidung und Accessoires zu bekommen.

Dorthin dürfen auch die beiden verbliebenen Mitarbeiterinnen, wenn sie wollen. Dieses Angebot habe das Unternehmen den Damen gemacht, sagt Christoph Heckmann, Mitglied der Geschäftsleitung und für das Filialnetz verantwortlich. Beide Nachbar-Filialen sollen langfristig erhalten bleiben. „Korbach ist als Standort deutlich attraktiver“, sagt Heckmann – und Marburg mit deutlich mehr Einwohnern sei es ohnehin. Dennoch: „Es fällt uns nicht leicht, so eine traditionsreichen Filiale wie in Frankenberg aufzugeben“, erklärt Heckmann. Seit mehr als 25 Jahren habe es den nordhessischen Standort gegeben – „doch jetzt lohnt es sich einfach nicht mehr“, bedauert er.

Das knapp 70 Jahre alte Familienunternehmen Engbers betreibt derzeit in Deutschland und in Österreich mehr als 300 Filialen, zumeist in Städten mit mehr als 30000 Einwohnern. Bereits im Jahr 2007 mussten im Zuge einer Konsolidierung unrentable Filialen in von der Größe mit Frankenberg vergleichbaren Städten wie Ochtrup oder Stadtlohn schließen. „Und Frankenberg ist auch jetzt nicht die einzige Filiale, wir mussten das in den vergangenen Jahren an einigen Standorten machen“, sagt Heckmann. Zugleich werden jedoch Standorte für mehr als 100 neue Filialen gesucht: „Das Kaufverhalten hat sich geändert. Die großen Städte gewinnen immer mehr hinzu, und dann ist da natürlich noch das Internet“, versucht er eine Erklärung, warum die Kundschaft nicht nur in Frankenberg wegblieb.

Durch gezielte Umstrukturierungen innerhalb der Filiale habe das Unternehmen versucht, den heimischen Standort vor dem Aus zu bewahren. „Der letzte Schritt war vor einem Jahr die Umfirmierung als Outlet“, erklärt Heckmann. Das Problem: Die Ware ist seither deutlich günstiger, es muss also für schwarze Zahlen auch deutlich mehr verkauft werden. „Das hat leider nicht funktioniert. Es gibt in Frankenberg schlicht keine Laufkundschaft“, klagt Christoph Heckmann.

Trotz langer Geschichte in Frankenberg – mehr als 25 Jahre: „Zum Jahresende läuft der Mietvertrag aus. Also haben wir die Konsequenzen gezogen und ihn nicht verlängert.“

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