Kirche in Grüsen wird bald innen saniert – Landeskirche hat 44 800 Euro verdoppelt

Der nächste Schritt folgt

Musterfarben: Pfarrer Hilmar Jung zeigt in der Grüsener Kirche die Alternativen zum bisherigen Grün: ein dezentes Grau (links) und ein Braun wie im Originalanstrich der Kirche. Fotos:  Paulus

Grüsen. „Wir machen das schrittweise“, sagt Hilmar Jung. Der Pfarrer weiß, dass es viel zu tun gibt in der Grüsener Kirche. Leider könne die Gemeinde nicht alles bezahlen. „Vieles ist utopisch“, sagt Jung. Er freut sich deshalb besonders, dass Spenden, die für die Innensanierung der Kirche gesammelt wurden, jetzt von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck verdoppelt wurden.

Die Rechnung ist einfach: 44 800 Euro waren nach einem halben Jahr – so lange ging die Verdopplungsaktion – auf dem Konto des Fördervereins der Kirche. Mal zwei macht 89 600 Euro. „Das ist schon viel Geld. Die Aktion war für viele ein großer Anreiz zu spenden“, sagt der Pfarrer. Er weiß aber auch: „Eine Komplettsanierung würde 590 000 Euro kosten.“

Die Grüsener bleiben aber realistisch. „Wir gucken jedes Mal auf die Finanzen und entscheiden dann, was wir machen und wie.“ So haben sie vor sechs Jahren das Dach für 120 000 Euro erneuert, vergangenes Jahr die Fassade für 82 000 Euro. Jetzt geht es also an die Sanierung des Innenraums. Was das kostet? Dazu kann Jung noch nichts Genaues sagen. Es gebe viele Alternativen, die Kosten seien deshalb schwer zu schätzen. „Am Freitag haben wir Sitzung des Kirchenvorstandes, dann beschließen wir: was wollen wir und was können wir machen.“

Es gibt viele Alternativen

„Baustellen“ gibt es einige in der Grüsener Kirche:

• Lehmdecke: Sie wurde bei der Dachsanierung beschädigt und nur provisorisch repariert. Sie soll erneuert werden.

• Bänke: Es gibt zwei Möglichkeiten: die alten restaurieren oder neue kaufen.

• Heizung: Bisher verläuft die Elektroheizung im Fußraum der Bänke. „Jetzt stehen wir vor einer Grundsatz-Entscheidung: Heizen wir den Platz oder den Raum?“

• Anstrich: Die Kirche ist derzeit grün – wie viele Kirchen, die in den 1970ern restauriert wurden. An der Empore unter der Orgel sind schon mal Musterfarben gestrichen worden: Braun wie im Original und ein dezenteres Grau.

• Wände: Auch hier gibt es schon einen Muster-Anstrich als Alternative zum bestehenden Weiß: ein leichtes Rosa.

• Fenster: „Die sind schon ausgebessert worden“, sagt Jung. Neue Fenster einzusetzen, sei aber zu teuer.

Anders als die Stadtkirche in Gemünden wird die Grüsener Kirche, die von 1833 bis 1837 gebaut wurde, bei der Innensanierung nicht umgestaltet. Altar, Kanzel und Orgel bleiben also, wo sie sind.

Beginn der Sanierung könnte im Frühjahr sein. Hochzeiten wird es in diesem Jahr deshalb nicht geben in der Kirche. Die Gottesdienste können aber in Mohnhausen, Gemünden und Schiffelbach oder im Gemeindehaus stattfinden. „Wir werden also nicht obdachlos“, sagt Pfarrer Jung.

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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