"Eine Filiale muss auch laufen."

Nächster Leerstand: Bäcker Müller verlässt Frankenberger Fußgängerzone

Handlungsbedarf: Mit dem Laden der Bäckerei Müller (rechts im Bild), der am 14. März für immer schließt, bekommt die Fußgängerzone ihren nächsten Leerstand. Foto:  Künemund

Frankenberg. Nächster Leerstand in der Frankenberger Fußgängerzone: Die Bäckerei Müller aus Ernsthausen schließt ihre Filiale am 14. März für immer. Dies bestätigte Inhaber Heinz Georg Müller  der HNA.

„Das Ding ist zum Sterben verurteilt", sagte Müller. „Eine Filiale muss auch laufen." Die in der Fußgängerzone lief offenbar nicht. Die Situation habe sich seit Jahren nicht gebessert, es seien keine Zuwächse mehr zu generieren gewesen.

Den relativ kleinen Laden umzubauen, um Erfolg zu haben, würde sich nicht lohnen. „Ob sich das geändert hätte, wenn die Fußgängerzone saniert ist, weiß ich nicht“, sagte Heinz Georg Müller. Da der Mietvertrag nun Ende März auslaufe, habe sich die Bäckerei Müller entschlossen, die Filiale jetzt zu schließen.

Die Großbäckerei aus Ernsthausen hat noch fünf weitere Läden in Frankenberg: in der Bahnhofstraße neben dem Modehaus Eitzenhöfer, in der Röddenauer Straße gegenüber des Frankenberger Tors, in der Bremer Straße mit einem Vortagsladen sowie im Edeka-Markt Schwebel und im Tegut-Markt in der Auestraße.

Die Bäckerei-Filiale in der Fußgängerzone ist damit aktuell der 16. Leerstand zwischen dem oberen Ende der Fußgängerzone und dem Landratsamt. Ende Juni wird auch Jeans Fritz seine Filiale in der Fußgängerzone schließen, die Modekette ist ins Frankenberger Tor umgezogen und wartet nur noch auf das Ende des Mietvertrages.

Den Leerstand in Frankenberg - von Bahnhofstraße über Uferstraße und Fußgängerzone - gab Bürgermeister Rüdiger Heß in der Versammlung des Kaufmänischen Vereins (Artikel unten) am Donnerstag mit nur 8,1 Prozent an: „Wir haben in diesem Bereich eine Verkaufsfläche von 17 500 Quadratmetern, aber nur einen tatsächlichen Leerstand von 1500 Quadratmetern.“ Zudem werde in Kürze der frühere Ihr-Platz wieder mit Leben gefüllt, sagte Heß. Nach HNA-Infos wird dort ein Schuhgeschäft einziehen.

Das Problem: „In prädestinierten Lagen haben wir viele kleinere Geschäfte leerstehen“ - laut Heß mit Größen zwischen 25 und etwa 100 Quadratmetern Verkaufsfläche. „Das wird eine große Herausforderung sein, diese Läden aktiv zu bestücken.“ Für Filialisten seien diese Flächen jedenfalls zu klein. Heß regte daher auch an, Flächen gegebenenfalls zusammenzulegen.

Als wichtig bezeichnete er ein Kernbereichsmanagement: „Wir wollen die Innenstadt mit den Kaufleuten als Impulsgeber nach vorne bringen. Bis zum Herbststadtfest 2016 soll die Fußgängerzone in neuem Glanz erstrahlen.“ Bis dahin solle auch der Leerstand weitgehend beseitigt werden. Die Sanierung der Fußgängerzone wird im Sommer beginnen. (jpa/mjx)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare