Kohlenmeiler-Fest in Dodenau

Nächstes Jahr raucht der Meiler

+
507840-20120329151000.jpg

Battenberg-Dodenau - Drei Wochen lang sind begleitende Feste und Veranstaltungen auf dem Festplatz am Wildgehege geplant: Von 7. bis 30. Juni 2013.

Der Verein "825 Jahre" plant im Juni 2013 einen Kohlenmeiler nahe des Wildgeheges. Damit soll an die Geschichte des Dorfs erinnert werden, denn ab dem 16. Jahrhundert rauchten rund um Dodenau viele Meiler, berichtete Manfred Glöser während der Bürgerversammlung am Mittwoch.

Mehr als 70 Prozent der 31,67 Quadratkilometer großen Gemarkung seien bewaldet, sagte Glöser: "Das sind gute Voraussetzungen für die Köhlerei. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert sei die Nachfrage nach Holzkohle enorm gewesen.

Eisenindustrie und Glashütten wurden gegründet, später kamen Schmieden in den Dörfern hinzu.

Die Spuren sind bis heute deutlich: "An vielen Orten sind Meilerstandorte sichtbar." Weil für die Meiler große Mengen Holz benötigt werden, waren große Teile der Wälder in der Region abgeholz: 1841 hätten Lawinen in den Nachbardörfern Alertshausen, Diedenshausen und Elsoff mehrere Menschenleben gekostet, informierte Manfred Glöser.

Nachweislich seien Bewohner der Außengehöfte Rudolfsgraben und Fallgrube Köhler gewesen, auch in Dodenau seien Unterlagen über einen Köhler namens "Johann Glößer 6" zu finden. Die Revierförster Siegfried Stute und Heinrich Engelhard schätzten die Anzahl der Köhlerplatten rund um Dodenau auf etwa 100. "Man braucht nur ein bisschen mit dem Fuß zu scharren, dann kommt man auf den schwarzen Untergrund", sagte Glößer. Im Zuge der Meilertage ist auch eine Wanderung zu einigen dieser alten Köhlerplatten geplant.

Vom Aufbau bis zum Löschen dauert es etwa drei Wochen. Schon in diesem Jahr soll Holz vorbereitet werden - insgesamt etwa 30 Raummeter. Es soll möglichst von den Vereinsmitgliedern selbst geerntet werden, um Geld zu sparen.

Die eigentlichen "Dodenauer Köhlertage" finden von 7. bis 30. Juni 2013 statt. Damit auch wirklich gute Holzkohle entsteht, engagiert der Verein einen professionellen Köhler, der sonst im Hessenpark über das Köhlerwesen informiert. Die Kohle kann nach Abschluss der Köhlerwochen ab dem 30. Juni 2013 gekauft werden.

Der Kohlenmeiler hat einen Durchmesser von elf Metern und soll nahe des Festplatzes am Wildgehege entstehen. Diese Fläche soll ebenfalls schon dieses Jahr vorbereitet werden.

Für die Arbeiten in diesem und nächsten Jahr werden noch einige Helfer benötigt - unter anderem vier "Hilfsköhler", die bei den Hauptarbeiten am Kohlenmeiler helfen. Sie werden Ende April im Hessenpark in das Köhlerhandwerk eingewiesen.

Interessenten wenden sich an Ortsvorsteher Wolfgang Stein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare