Prozess gegen 20-Jährigen weitet sich aus – Dritter Fall ist hinzugekommen

Nase mit Faustschlag gebrochen

Gladenbach/Marburg. Der Prozess um die mutmaßlichen Schläge, die ein 20 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf auf dem Kirschenmarkt 2011 in Gladenbach ausgeteilt hat, ist vor dem Landgericht in Marburg fortgesetzt worden. Dem Mann wird vorgeworfen, einen Jugendlichen mit der Faust niedergestreckt und dann gegen den Kopf getreten zu haben. Zudem soll er laut Anklage in seinem Heimatort einen 57-jährigen Mann geschlagen haben, der umfiel und derart unglücklich mit dem Kopf auf den Boden schlug, dass er seither ein Pflegefall ist.

Am dritten Verhandlungstag kam ein weiteres Verfahren und auch ein neuer Angeklagter hinzu: ein 20 Jahre alter Auszubildender. Er soll bei einem Discoabend in Roßdorf mit drei Freunden einen 18-Jährigen geschubst haben. Laut Anklage hat sich auch der 20-Jährige aus Marburg-Biedenkopf daran beteiligt. Es sollen auch zwei Schläge gefallen seien. Einer der Schläge geht laut Anklage auf das Konto des Auszubildenden, der dem 18-jährigen damit das Nasenbein brach. Er ließ von seiner Rechtsanwältin lediglich eine Erklärung verlesen, in der er zugab, an der Rangelei beteiligt gewesen zu sein.

Der erste Angeklagte sagte, er habe mit dem Geschehen nichts zu tun. „Ich stand mit einigen Freunden etwa drei bis fünf Meter weg. Wer zugeschlagen hat, habe ich nicht gesehen.“

Das Opfer aus Stadtallendorf erklärte, er sei völlig unvermittelt geschubst worden, als er die Gruppe angesprochen habe, weil er dachte, sie würden sich an einem fremden Auto zu schaffen machen. Er sei geschlagen worden – auch von dem ersten Angeklagten, habe man ihm hinterher erzählt – und dann umgefallen. Zum Schluss habe ihm dann der zweite Angeklagte einen Schlag auf die Nase gegeben.

Darauf schritt der Verteidiger des ersten Angeklagten ein: „Hier steht einiges auf dem Spiel, es geht nur darum, was Sie konkret gesehen haben. Hat der Mann, der hier neben mir sitzt, Sie geschlagen?“, fragte er ganz direkt. „Nein“, kam die zögerliche Antwort.

Die Freunde des zweiten Angeklagten versuchten allesamt, ihren Kumpel zu entlasten. Das spätere Opfer sei „total aggressiv und betrunken“ gewesen, der 20-Jährige habe den jungen Mann nur geschubst und sie selbst hätten versucht, die Streithähne zu trennen. Zudem belasteten sie den ersten Angeklagten, auch den Faustschlag ins Gesicht des Opfers habe er ausgeführt.

Der Verteidiger hielt den drei Freunden vor: „Ihre Aussagen haben alle den gleichen Inhalt, und auch die Vernehmungsprotokolle bei der Polizei haben alle die gleiche Länge. Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht abgesprochen haben?“ Er habe große Lust, einen Antrag auf Vereidigung der Zeugen zu stellen, drohte er.

Der Prozess wird am 30. März fortgesetzt. (kse)

Quelle: HNA

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