Neuer Wegeplan

Nationalpark: Seltene Tiere sollen besser geschützt werden

Nationalpark bei Altenlotheim: Wanderer kommen gerne hierher, um die Gegend zu erkunden. Künftig soll das Wegenetz allerdings etwas kürzer ausfallen, denn das Nationalparkamt will im Zuge des neuen Wegeplans mehr Ruheräume schaffen. Foto: Himmelmann/nh

Frankenau. Mehr Ruhezonen und Pfade mit Wildnis-charakter, eine geringere Wegedichte sowie eine stärkere Schonung der Tier- und Pflanzenwelt.

Das sind die wesentlichen Ziele des Entwurfs zum neuen, zweiten Wegeplan für den Nationalpark Kellerwald/Edersee, der am Dienstag bei einer Bürgerversammlung in der Frankenauer Kellerwaldhalle der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurde.

Mehr als 50 Bürger, die vorwiegend aus Frankenau, Altenlotheim und Frebershausen in das Kellerwald-Städtchen gekommen waren, wollten wissen, ob lieb gewonnene Wege künftig gestrichen, verändert oder in Gänze beibehalten werden. Sie diskutierten mit dem Leiter des Nationalparkamtes, Manfred Bauer, und mit Sachgebietsleiter Achim Frede darüber, wie die Fortschreibung des Wegeplanes konkret aussehen soll.

Dabei machte Frede deutlich: „Der Wegeplan ist nicht dazu da, um rigoros Wege zu streichen.“ Ziel sei es, ein ausgewogenes, nationalparktypisches System aus gut gekennzeichneten Rundwander-Routen, Fernwegen und ausgesuchten Rad-, Kutsch- oder Reitwegen zu schaffen. „Für alle Zielgruppen soll der Besuch des Parks ein Erlebnis sein“, sagte Frede.

Dass es ohne eine Reduzierung des Wegenetzes nicht geht, erfuhren die Bürger während der Präsentation. Vor allem im Zentrum und im Welterbebereich des Nationalparks soll das Wegenetz ausgedünnt werden. Dort soll laut Entwurf eine große Ruhezone entstehen, die etwa 1000 Hektar Fläche ausmachen soll: „Dieser Bereich dient vor allem als Schutzraum für bestimmte Tierarten. Wir denken unter anderem an Schwarzstörche oder Luchse.“

Mittelfristig will das Nationalparkamt im Gesamtgebiet die Wegedichte von derzeit 30 laufenden Metern pro Hektar auf 27 laufende Meter pro Hektar senken. Im Nationalpark soll es dann nur noch 160 Kilometer beschilderte Wege geben, derzeit sind es 180 Kilometer. Langfristig soll die Wegedichte 25 laufende Meter pro Hektar betragen.

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Quelle: HNA

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