Nach Waldgottesdienst in Haina wurde Lärche als Baum des Jahres vorgestellt

Natur mit allen Sinnen

Haina/Kloster. In die Predigt mischte sich der raue Ruf des Kolkraben. Nadeln der Douglasie, in den Händen der Zuhörer zerrieben, verströmten würzigen Duft – mit allen Sinnen sollte Natur beim „Waldgottesdienst zur Bewahrung der Schöpfung“ erlebt werden, so Pfarrer Dr. Jörg Mosig (Haina-Kloster).

Bilder des Waldgottesdienstes

Waldgottesdienst in Haina

Viele Menschen hatten sich dazu entlang des Hainaer Waldkulturerbe-Wegs auf die Wanderschaft begeben, liebevoll war der Steinaltar auf der Waldinsel von Küsterin Rosemarie Scholl mit Sommerblumen geschmückt worden.

Bewahrung der Schöpfung

„Zum Staunen über Gottes Schöpfung“ forderte Pfarrer Mosig in seiner Predigt die Gottesdienstbesucher auf. „Bewahrung der Schöpfung fängt damit an, dass wir sie bewusst wahrnehmen“, meinte der Geistliche und wies auf viele Beispiele in Kosmos und Natur hin. Besonders wichtig sei aber auch die Erkenntnis: „Mein eigenes Leben ist ein Geschenk mitten unter allen Geschenken in dieser Schöpfung.“

Gemeinsam gestaltete er mit seinem Amtsbruder Dr. Sebastian Renz (Löhlbach) sowie den Konfirmanden auch die Liturgie des Gottesdienstes, in der die alttestamentliche Tradition mit dem Schöpfungsbericht neben einem humorvollen Dialog der beiden Pfarrer stand, die sich als zünftige „Kellerwald-Wanderburschen“ verkleidet hatten.

Die Gingko-Bäume der „Waldinsel“ und die Waldränder des 2011 eingeweihten Waldkulturerbe-Weges bildeten die prachtvolle Kulisse, in der der Festgottesdienst stattfand. Die Gitarrengruppe Haina mit Jörg Gunst forderte fröhlich auf „Geh aus, mein Herz, und suche Freud’“, Ulrike Ritter spielte die Orgel und sang mit dem Kirchenchor Haina.

Anschließend widmete Forstdirektor Manfred Albus der Europäischen Lärche als „Baum des Jahres 2012“ eine regelrechte Liebeserklärung: Es handele sich um eine besonders filigrane Baumart, die den Wäldern Farbe und Heiterkeit verleihe. Als einziger Nadelbaum werde sie im Winter kahl, habe damit eine zum Verdunstungs- und Frostschutz eine intelligente Überlebens-Strategie entwickelt. „Die wunderschöne Färbung ist Balsam für unsere Sinne, wenn die Lärche den Goldenen Herbst einläutet“, schwärmte der Forstmann.

Infotafel enthüllt

Anschließend an den Gottesdienst enthüllten die Forstwirte-Auszubildenden Marcel Knoche (Altenlotheim), Lukas Henkel (Dainrode) und Praktikant Niklas Bräutigam (Allendorf/Hardtberg) gemeinsam mit Forstwirtschaftsmeister Bernd Keute eine Informationstafel, die künftig die Bedeutung des Baumes am Waldkulturerbe-Weg hervorheben wird.

Zum Abschluss gab es für alle Gäste des Waldgottesdienstes in der Hackschnitzel-Säulenhalle zum gemeinsamen Mittagessen Wildschweinwürstchen und Wildgulasch.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Von Karl-Hermann Völker

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