Battenberg

Natur und Bergbau auf der Spur

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- Battenberg-Frohnhausen (r). „Natur, Waldbilder und Bergbauspuren“ hieß die Tour zum Ziegenberg bei Frohnhausen. Am Sonntag lud Revierförster Jochen Hörder zu einer Wanderung ein.

Zahlreiche Frohnhäuser, aber auch auswärtige Gäste brachen morgens am Dorfbrunnen auf. Unter den etwa 60 Interessenten waren auch viele Jugendliche und Kinder. Zunächst wurde ein Energieholz-Lager besichtigt. Eine­ vollautomatische Holzerntemaschine, der Harvester, hatte im Frühjahr den 80-jährigen Eichenbestand durchforstet. Die Kronen der gefällten Bäume wurden zu einem riesigen Lager aufgeschichtet. Nachdem es abgetrocknet ist und keine Vögel mehr darin nisten, wird es im Herbst gehäckselt und als Holzhackschnitzel vermarktet. Was früher oft Abfall war und mitunter verbrannt wurde, kann so noch einen Deckungsbeitrag für Hessen-Forst erzielen.

Danach wurde eine 40-jährige Douglasien-Schonung besichtigt. Revierförster Hörder erläuterte die Vorteile dieser ursprünglich aus Amerika stammenden Holzart gegenüber der heimischen Fichte. Die Douglasie könne etwa Trockenstress besser verkraften. Außerdem habe sie ein kräftigeres Wurzelwerk und sei somit standfester. Die Wanderung führte weiter zu einer Fläche, in der der Orkan „Kyrill“ im Januar 2007 gewütet hatte – auch der Ziegenberg war betroffen. Die mittlerweile vom Windwurf geräumten Flächen werden durch Naturverjüngung wieder aufgeforstet.

Im Anschluss findet sich eine Fläche mit Weißtannen, die eher selten sind. Den jungen Baumpflanzen hat eine internationale Jugendgruppe das Überleben gesichert, indem sie jedes Pflänzchen mit einem Einzelschutz versehen hat – die Gruppe hatte sich wie berichtet zum Jugendcamp im Revier Karlsburg getroffen. Dies hat einen Grund: Die Weißtanne ist als Leckerbissen begehrt bei dem am Ziegenberg zahlreich vorhandenen Rehwild.

Danach übernahm Frank Röbert die Führung der Gruppe, der Mitarbeiter des Frankenberger Forstamtes ist auch Mitglied der Bergbausparte im Battenberger Heimat- und Kulturverein. Er gilt als Fachmann, wenn es um das Thema Bergbau geht. Röbert erklärte, dass im Distrikt „Ziegenberg“ in der Mitte des 19. Jahrhunderts „Mutungen“ erteilt worden seien – das sind Genehmigungen für den Bergbaubetrieb, die der Kurfürst auszustellen hatte. Bei Frohnhausen sollten Eisen und Mangan abgebaut werden. Die Felder erhielten die Namen „Aurora III „ und „Ziegenberg II“.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 20. Oktober

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