Natur und Vielfalt bestimmten Schöpfungstag der hessischen Kirchen in Herzhausen

Ökumenischer Festgottesdienst zum hessischen Schöpfungstag: Im Nationalparkzentrum Herzhausen wirkten als Liturgen (von links) Weihbischof Karl-Heinz Diez, Propst Helmut Wöllenstein, Dekanin Petra Hegmann, Pfarrer Jörg Bickelhaupt, Ökumenereferentin Brigitte Görgen-Grether, Pfarrer Matthias Bringmann, Pfarrer Uwe Hesse und Pater Norbert Rasim mit. Foto:  Völker

Herzhausen-Edersee. Während der Predigt beim ökumenischen Schöpfungsgottesdienst meckerte draußen eine Ziege, ein kleines bretonisches Ouessant-Schaf begleitete den Umweltpfarrer zum Festvortrag in den Kinosaal – das Bild von bunter Vielfalt der Natur und engagierter Einheit der Kirchen bestimmte den Schöpfungstag 2015 im Nationalpark-Zentrum Kellerwald.

Eingeladen hatten dazu gemeinsam die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen (ACK), die Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck mit dem Bistum Fulda sowie die Ev. Kirche in Hessen und Nassau mit dem Bistum Mainz.

„Zurück ins Paradies?“ lautet die Frage, die während der kommenden „Schöpfungszeit“ bis zum 4. Oktober in den hessischen Kirchengemeinden theologische und umweltethische Fragestellungen anstoßen soll. „Die Prinzipien Wachstum und Konkurrenz können auf Dauer kein Maßstab für unser Leben auf dieser Erde sein“, meinte Propst Helmut Wöllenstein (Marburg), der in seiner Predigt das biblische Paradies mit seinen Urbildern des Lebens kritisch in Bezug zu deren Ausbeutung durch die Konsumwerbung setzte.

Der Fuldaer Weihbischof Karl-Heinz Diez stellte die Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Diez warnte vor einer „Spirale der Selbstzerstörung“, vor „Wegwerfkultur“ und dem „Mythos vom unbegrenzten Fortschritt“. Stattdessen mahnte er eine stärkere Kultur der Achtsamkeit und Nachhaltigkeit im Umgang mit der Schöpfung an.

Wie konkretes Bewahren der Schöpfung aussehen kann, demonstrierten im Nationalparkzentrum an Ständen Bürger mit ihren Projekten, darunter Arche-Höfe mit seltenen Haustierrassen, Kirch-Gärten, alte Rosensorten und die Frankenberger NABU-Jugend. Ranger boten Wanderungen in den Nationalpark an, und bei einem Vortrag mit Umweltpfarrer Uwe Hesse (Rengershausen) ging es um „Biodiversität in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung“.

Nationalparkleiter Manfred Bauer verwies neben dem Schutz der biologischen Vielfalt und Dynamik auf den besonderen Bildungsauftrag des Nationalparks. Biologische Vielfalt sei als am stärksten gefährdete Ressource auch der hessischen Umweltministerin Priska Hinz ein wichtiges Anliegen, erklärte deren Referatsleiter für Naturschutz, Detlef Szymanski. Landrat Dr. Reinhard Kubat warnte vor dem gigantischen Naturverbrauch der modernen Zeit.

Für den musikalischen Rahmen des Festgottesdienstes, bei dem acht Liturgen beider Konfessionen mitwirkten, sorgte ein Posaunenchor der Region unter Leitung von Kreisposaunenwart Dr. Marco Werchner (Ernsthausen). www.schoepfungstag-

hessen.de

Quelle: HNA

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