Frankenberg

Naturschutzjugend verbringt Wochenende auf Burg Hessenstein

- Spiel, Spaß und Naturerlebnis pur standen bei der Freizeit der Kindergruppe der Naturschutzjugend Frankenberg (NAJU) auf dem Programm. 16 Grundschulkinder erlebten gemeinsam mit ihren Betreuern zwei spannende und abwechslungsreiche Tage auf der Jugendburg Hessenstein.

Schon kurz nach der Ankunft am späten Nachmittag waren die Kinder voll in ihrem Element: Sie bezogen ihre Zimmer ganz oben unter dem Dach des alten Gemäuers und begannen damit, die geschichtsträchtige Herberge zu entdecken. Das abendliche Programm drehte sich dann um die bekanntesten nachtaktiven Tiere der Region, Fledermäuse und Eulen. Nach einer lockeren theoretischen Einführung mit spannenden Präparaten und einem Dia-Vortrag zum Mitmachen durch die Betreuer Stephan Naumann und Lars Jerrentrup beobachteten die Kinder Zwergfledermäuse, die schon seit vielen Jahren im Sommer unter dem Dach der Jugendburg leben. Diese faszinierenden Flugsäugetiere bilden die Grundlage für die bereits seit Jahren andauernde enge Kooperation zwischen der NAJU Frankenberg und der Burg Hessenstein. Für die Kinder war der Abend nach der Fledermausbeobachtung noch lange nicht zu Ende. Gemeinsam mit Tobias Burger, dem Eulen-Experten der NAJU Frankenberg, unternahm die Gruppe eine Exkursion in den umliegenden Wald auf der Suche nach den dort lebenden Waldkäuzen. Gebannt lauschten die Kinder, als Burger den Ruf der recht häufigen Eulenart erklingen ließ – doch leider gab es keine Antworten aus dem Wald. Am nächsten Morgen wanderten die Kinder zur nahe gelegenen Ruine „Keseburg“. Entlang des Wegs erforschten sie Tiere und Pflanzen und spitzten ihre Ohren für den Gesang der heimischen Singvögel. Von den Überresten des über 800 Jahre alten Bergfrieds aus genossen sie den Ausblick auf das Edertal. Zum Abschluss der Freizeit betätigten sich die jungen Naturschützer als kleine Wissenschaftler. Mit Schalen, Sieben, Bestimmungsschlüsseln und Lupen ausgestattet, sammelten sie winzige Lebewesen in der Lengel, die dort unter Steinen und an Uferpflanzen leben. Unter Anleitung des vierköpfigen Betreuerteams um Mareike Langer, Alexander Beil, Stephan Naumann und Lars Jerrentrup bestimmten sie die gefundenen Tiere und ermittelten den sogenannten Saprobienindex, Indikator für den Zustand des Gewässers. Das Ergebnis dieser biologischen Gewässeruntersuchung konnte sich sehen lassen: Gewässergüteklasse I bis II auf einer Skala von I bis IV. Damit ist die Lengel ein sehr sauberes Gewässer.Während der zweitägigen Freizeit lernten die Kinder nicht nur die heimische Natur in ihrer Bandbreite spielerisch kennen, sondern festigten auch ihre starke Gruppengemeinschaft, mit deren Hilfe die Arbeit der NAJU-Kindergruppe auch in Zukunft erfolgreich fortgesetzt werden soll. (sr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare