Am Osterwochenende beginnt Flugsaison der Falknerei

Neu im Wildtierpark Edersee: Falkner sein für einen Tag

Falknerin Jana Tiedt stieß Mitte des vorigen Jahres zum Team der Greifenwarte Edersee. Sie organisiert die neuen "Falknertage" für Besucher und präsentiert hier zwei 14 Tage alte Luggerfalken. 

Hemfurth-Edersee. Neues Angebot in der Greifenwarte des Wildtierparks Edersee: Dort können Besucher für einen Tag als Falkner arbeiten.

Wegen des Frosts sind die Vögel der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee spät in die Saison gestartet. Am Wochenende geht es aber richtig los, wenn das Wetter stimmt. Darauf hofft Falkner Ludger Kluthausen: „Sobald die Sonne herausschaut, wird es voll. Die Leute wollen nach draußen.“

Sein Team verblüfft und begeistert das Publikum mit den unterschiedlichen Flugkünsten von Wüstenbussard, Kordilleren- und Steppenadler, Falken, Schwarzmilan oder Schleiereule. Der eine schießt pfeilschnell mit kurzen, kräftigen Flügelschlägen zwischen den Bäumen hervor, der andere segelt majestätisch mit weit ausgebreiteten Schwingen mit aufsteigender Warmluft gen Himmel.

Schwarz- und Rotmilane aus den Winterquartieren zurück

Die langjährigen „freien Mitarbeiter“ der Warte haben sich ebenfalls eingefunden: wilde Schwarz- und Rotmilane, die sich nach ihrer Rückkehr aus den südlichen Winterquartieren gerne von den Falknern während der Schau Futter zuwerfen lassen. „Unser Uhu, den die Zuschauer streicheln können, ist wieder mit von der Partie“, fügt Kluthausen hinzu.

Nur Gänsegeier „Ernie“ muss an Ostern noch passen. Ernie, trotz seines Namens eine Dame, weilt quasi im Mutterschutz. Sie hat sich mit „Documento“ verpaart, der seinen Namen der Kasseler Kunstausstellung verdankt, und vor wenigen Tagen ein Ei gelegt. Bevor sie wie gewohnt im Programm dicht über die Köpfe der Gäste streicht, muss sie sich im Trainingslager nach der Winterpause und dem Eierlegen fit für die Auftritte machen. Das Ausbrüten des Junggeiers, das 55 Tage dauert, übernimmt ein Brutkasten. Er hält eine Temperatur zwischen 37,3 und 37,5 Grad Celsius.

Vier junge Luggerfalken geschlüpft

Das Schlüpfen hinter sich haben vier junge Luggerfalken. Zwei von ihnen bringen es auf ein Alter von 14 Tagen und sind wahrscheinlich ab dem Osterwochenende in einem der Käfige der Warte unter der Wärmelampe zu bestaunen.

„Nachts nehmen wir sie dann wieder mit zu uns nach Hause“, ergänzt Ludger Kluthausen. Dort warten die zwei noch jüngeren Luggerfalken, die erst vor wenigen Tagen die schützende Eihülle verlassen haben.

Die Greifenwarte erweitert zu all diesen Attraktionen ihr Angebot ab der neuen Saison, indem sie Gästen noch engeren Kontakt zu den Vögeln ermöglicht. Falknerin und Berufsjägerin Jana Tiedt, seit Mitte 2017 im Team, organisiert nach Anmeldung „Falknertage“ für alle Interessierten. Ein bis zwei Besucher arbeiten über mehrere Stunden unter Anleitung von Jana Tiedt selbst mit den faszinierenden Vögeln.

Anmeldung: 05623-2230, auf der Webseite der Greifenwarte oder direkt an der Warte.

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