Infozentrum am Frankenberger Wildpark

Mit Neubau in "gedeihliche Zukunft"

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Freuen sich über die Fertigstellung des Infozentrums am Frankenberger Wildpark (von links): Bauamtsleiter Karsten Dittmar, Regionalmanager Stefan Schulte, Bürgermeister Rüdiger Heß, Revierförster und Wildparkleiter Erich Reitz und Wolfgang Hanefeld, Vorsitzender des Fördervereins (von links).

Frankenberg - Kosten in Höhe von 178000 Euro, 13 Monate Bauzeit und Frankenberg ist um ein Aushängeschild reicher: Gestern wurde das Informationszentrum am Wildpark offiziell eröffnet.

Kleine Details aus heimischen Wäldern schmücken das Innere des neuen Informationszentrums im Frankenberger Wildpark. Verschmitzt schaut ein Eichhörnchen die Besucher an, ein Marder grüßt, auf einem Balken hat sich ein Waschbär versteckt. Alles dominierend: ein gigantischer Baumstamm in der Mitte des Raumes. „Den habe ich vor mehr als 24 Jahren entdeckt und gleich gedacht, dass er einmal einen besonderen Raum schmücken muss“, sagt Revierförster Erich Reitz, zugleich Leiter des Wildparks.

Für Reitz ist der gestrige Tag ein besonderer – „einer der glücklichsten“, wie er sagt; bei seiner Ansprache hat er Tränen in den Augen. Der Frankenberger Wildpark hat nach Jahren der Planung und 13 Monaten Bauzeit ein Informationszentrum. Das Zentrum greife die Bedeutung des Parks auf, sagt Reitz. Die Entwicklung gehe nach der Fertigstellung weiter: Es soll Informationen geben über heimische Pflanzen und Tiere – auch ausgestorbene –, über die Waldwirtschaft und die Umwelt. Seinen Dank drückt Reitz allen am Bau Beteiligten aus. Er erwähnt besonders den Förderverein für den Wildpark, die Mitarbeiter der Försterei und des Forstamtes, den Betriebshof der Stadt – und die Firma FingerHaus. Das Frankenberger Unternehmen hat auf den gemauerten Rohbau den ersten Stock gesetzt, der künftig das Informationszentrum enthält. Das untere Stockwerk beherbergt Räume für die Mitarbeiter des Parks, Toiletten für die Besucher und einen Raum für die fachgerechte Schlachtung und Zerlegung der Tiere. Etwa 80 sind das nach Auskunft von Reitz im Jahr – der Verkauf findet künftig ebenfalls aus dem neuen Gebäude statt. Auch Teil der unteren Etage: ein Kiosk: „Wir möchten den gerne zu günstigen Konditionen verpachten“, sagt Reitz. Gerade im Sommer sieht er ein lohnendes Geschäft.

An die Öffnungszeiten der kleinen Verkaufsstelle sollen auch die des Informationszentrums angepasst werden. „Mitglieder des Vereins informieren dann die Besucher“, sagt der Revierförster. Möglich seien auch Touren in den Wildpark – „es ist gut, dass wir die künftig hier in diesen Räumen ausklingen lassen können“, sagt der Park­leiter. Aber auch Privatpersonen, Vereine oder Firmen können den Raum anmieten: „Wir haben Platz für etwa 40 Personen – und ein ganz besonderes Ambiente“, wirbt Reitz.

Förderung von 50 Prozent

Auch Bürgermeister Rüdiger Heß ist sichtlich zufrieden mit dem neuen Zentrum – sei doch schon zu Beginn seiner ersten Amtszeit mit den Planungen begonnen worden. Heß dankt neben Reitz insbesondere Jürgen Mangold, dem ehemaligen Förderverein-Vorsitzenden.Auch an den städtischen Pressesprecher Wolfgang Danzeglocke richtet er seinen Dank, der als Geschäftsführer des Vereins der Kontakt zur Stadt gewesen sei. Die hat für die Bauarbeiten rund 63000 Euro zahlen müssen. Von den insgesamt 178000 Euro Kosten trägt die Region Burgwald-Ederbergland über das Leader-Programm etwa die Hälfte. Den Rest übernimmt der Förderverein – finanziell und auch in Eigenleistung.

Der Vereinsvorsitzende Professor Wolfgang Hanefeld aus Rosenthal spricht den Mitarbeitern im Hintergrund seinen Dank aus, die „seit Jahrzehnten“ für den Verein da gewesen seien, unermüdlich für ihn gearbeitet und ihre Freizeit gegeben hätten. Er drückt seine Hoffnung auf eine „gedeihliche Zukunft“ aus – für den Park wie für die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Förderverein. Im Anschluss gibt es, dem Anlass entsprechend, Wildgulasch im neuen Informationszentrum.

Das können sich Interessierte bereits am nächsten Wochenende ausgiebig anschauen. Am Sonntag, vierter Advent, findet von 11 bis 16 Uhr ein Weihnachtsbaum- und Weihnachtsbratenverkauf statt. Die Bäume können sich die Kunden nach einer Einweisung selbst schlagen. Fleisch von Mufflon, Hirsch und Wildschwein stammt aus dem Park. Der Erlös ist für die Inneneinrichtung des Informationszentrums bestimmt.

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