Karl-Willi Dietz blickt in die Vergangenheit

Neue alte Geschichten aus Battenberg

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Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel (links) und Karl-Willi Dietz präsentieren das Titelblatt des zweiten Bands der „Battenberger Geschichten“.Foto: Mark Adel

Battenberg - Eine Ziege soll für den ungeraden Verlauf der Grenze zwischen Battenberg und Berghofen verantwortlich sein - und zwischen der Bergstadt und Frankenberg waren die Beziehungen im 14. Jahrhundert kriegerisch. Viele der Battenberger Geschichten lassen schmunzeln, andere regen zum Nachdenken an, interessant sind sie alle.

Der pensionierte Lehrer Karl-Willi Dietz hat den zweiten Band der „Battenberger Geschichten“ erarbeitet. Herausgeber ist die Stadt Battenberg. Dietz zeichnete auch für das erste Buch verantwortlich, das 2009 zum 775-jährigen Bestehen der Stadt erschien und schnell vergriffen war. „Ich wurde immer wieder gefragt, ob es eine Fortsetzung gibt“, sagt Dietz. Die Idee dazu hatte der 73-Jährige aber ohnehin schon nach Vollendung des ersten Bandes.

Für das neue Buch griff er unter anderem auf die Schulchronik des Battenberger Hauptlehrers Georg Zitzer aus den 1920er-Jahren zurück. „Er hat viel zur Stadtgeschichte in der Schulchronik notiert.“ Dietz erhielt auch Unterlagen aus dem Nachlass des Arztes Erwin Schneider. „Das hat mich angeregt, weiterzuforschen.“ Im Lauf der Jahre kam immer mehr Material zusammen - das meiste wurde bisher nie veröffentlicht.

Vier Jahre lang arbeitete Karl-Willi Dietz an dem Buch, das mit 359 Seiten und vielen Farbfotos noch umfangreicher als der Vorgänger ist. Sagen und sagenhafte Geschichten aus der Zeit vom 14. bis zum 17. Jahrhundert, Erzählungen aus dem 30-jährigen Krieg, die alte Battenberger Burg, die Lebenssituationen im 19. Jahrhundert - viele der Erzählungen haben eine Bedeutung über die Stadtgrenzen hinaus.

Naheliegend war für den Mitgründer und langjährigen Vorsitzenden der Partnerschaftsvereinigung auch ein Blick in die Partnerstädte Senonches (Frankreich) und Romsey (England). So berichtet er aus dem Leben der Kinder einer Köhlerfamilie aus Senonches, deren Situation durchaus auch auf das Köhlerhandwerk im oberen Edertal übertragbar sei.

Unterstützung hat Dietz unter anderem von Christel Kahler erhalten, die ein Kapitel über Battenberger Häuser in der Umgebung, beispielsweise das Hotel Clemens, verfasst hat. Rudolf Döpp schreibt, wie er sein Kindermädchen fand - es handelt sich um Hannelore Stern, die in die USA auswanderte. Andere noch lebende Battenberger berichten über die Stadt in der Nachkriegszeit.

Abgehört hat Karl-Willi Dietz zudem Tonbandaufnahmen aus den 1970er-Jahren, als Jürgen Jacobi und Willi Ernst alte, noch im 19. Jahrhundert geborene Battenberger befragten. Unter „Wussten Sie schon“ hat Dietz in Kurzform amüsante und interessante Fakten aus der Stadtgeschichte zusammengefasst.

Den Titel schmückt ein Ausschnitt aus einem Bild des Battenberger Künstlers Adam Kahler, es zeigt die Oberstadt. Magistrat und Ortsbeirat haben den Buchdruck mit je 500 Euro aus dem Fonds der Energie Wal­deck-Frankenberg (EWF) unterstützt. Bürgermeister Heinfried Horsel ist dankbar für Dietz’ Engagement: „Wir freuen uns, dass er sich über Jahre hinweg so intensiv mit der Stadtgeschichte befasst hat.“

Das Buch wird am Sonntag, 17. November, um 17 Uhr im alten Rathaus vorgestellt. Alle Interessierten sind eingeladen.Einige Erzähler aus dem Buch kommen zu Wort, ein Flötentrio des Musikzugs umrahmt die Veranstaltung. Dort wird es erstmals verkauft und ist danach im Bürgerbüro der Stadtverwaltung und in der Sparkasse Battenberg erhältlich. (da)

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