Lebenshilfe-Werk in Frankenberg

Neue Arbeitsplätze in der Lebenshilfe

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Tanja Semmler arbeitet in der Näherei. Dort übernimmt sie Näharbeiten für Krankenhäuser: Hemden, Hosen und OP-Kittel werden von ihr wieder in Schuss gebracht – etwa wenn Bänder ausgerissen sind.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg-Schreufa - Menschen mit seelischer Behinderung finden in den Werkstätten der Lebenshilfe in Schreufa Arbeitsplätze. Weil die Wartelisten zu lang waren, hat die Lebenshilfe 29 neue Plätze geschaffen.

Ein halbes Jahr dauerte die Ausbauphase in der Lebenshilfe-Werkstatt im Schreufaer Gewerbegebiet. Während der Arbeiten ging der Betrieb in der Werkstatt ganz normal weiter. 16 Menschen arbeiteten während des Umbaus in den verschiedenen Gruppen. Dass es in diesen sechs Monaten Dreck, Staub und jede Menge Lärm gab, bestätigten die Mitarbeiter bei der Eröffnungsfeier mit deutlichem Kopfnicken. „Aber es hat sich gelohnt“, urteilte Dr. Wolfgang Werner vom Lebenshilfe-Werk.

Bereits seit 2008 liefen laut Christoph Hille vom Lebenshilfe-Werk die Gespräche mit dem Landeswohlfahrtsverband, der Kostenträger der Lebenshilfe ist. Eine Erweiterung sei notwendig geworden, weil es eine lange Warteliste gab für Menschen, die eine solche Wiedereingliederung in das Arbeitsleben über die Lebenshilfe brauchten, erklärte Werner.

Die Lebenshilfe in Schreufa bietet Menschen mit seelischer Behinderung einen Arbeitsplatz. Dort werde ihnen laut Werner ein geregelter Tagesablauf geboten und die Möglichkeit im Berufsleben wieder Fuß zu fassen und außerhalb der Werkstatt wieder eine Arbeit zu bekommen. Frank Nikutta vom hessischen Landeswohlfahrtsverband erklärte, dass in Schreufa nun 45 Arbeitsplätze vorhanden sind. Laut Hille sei so weit erweitert worden, dass diese Plätze nicht wieder alle belegt sind und lange Wartelisten entstehen.

Weitere 47 Plätze sind in Bad Wildungen entstanden, sagte Nikutta. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass auch die zahl der psychischen Erkrankungen weiter steige. „Aber die Reise ist hier noch nicht zu Ende“, kündigte er an. 20 weitere Plätze sollen im Bereich der „betriebsintegrierten Beschäftigung“ geschaffen werden. Dies bedeute, dass Menschen zwar von der Lebenshilfe-Werkstatt in Schreufa betreut werden - aber in externen Firmen arbeiten. Hierfür wolle die Lebenshilfe Partner suchen und zeigen, dass auch Menschen mit seelischer Behinderung Leistungen erbringen können.

Mirko Soult ist Mitarbeiter in der Schreufaer Lebenshilfe-Werkstatt, die in Mitten des Industrieparks liegt. Er arbeitet seit 2007 dort - in der dritten Gruppe, die Bürsten für Straßenkehrmaschinen herstellt. Den Gästen, die gestern zur Eröffnung der neuen Werkstatträume kamen, erklärte er, dass in der ersten Gruppe Montagearbeiten gemacht werden, die zweite Gruppe übernimmt Druckarbeiten und in der vierten Gruppe werkeln die Mitarbeiter kreativ oder an der Nähmaschine. „Die Kreativarbeiten verkaufen wir auf Basären der Lebenshilfe.“ In jeder Gruppe können bis zu zwölf Menschen arbeiten. Soult selbst ist mit seiner Arbeit sehr zufrieden, wie er sagt: „Ich wurde sehr gut in die Gruppe aufgenommen.“

Architekt Adam-Willi Finger überbrachte der Lebenshilfe zur Eröffnung ein Gedicht mit guten Wünschen. Bürgermeister Rüdiger Heß erklärte, dass ihm der Umgang mit behinderten Menschen persönlich sehr wichtig sei. Er lobte, dass die Lebenshilfe den Mitarbeitern Selbstvertrauen gebe, indem sie selbst etwas schaffen können.

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