Sport und Gesundheit

Neue Helfer für das Herz gesucht

+
In der Herzsportgruppe des Budokan trainieren die Mitglieder einmal in der Woche gezielt den wichtigsten Muskel ihres Körpers.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg - Klaus Schulze hatte vor zehn Jahren erstmals Probleme mit dem Herzen. Durch das Training in der Herzsportgruppe des Frankenberger Budokan fühlt er sich besser. Doch der Verein braucht neue Übungsleiter, um das wöchentliche Angebot aufrecht zu erhalten.

Bei Klaus Schulze hat es etwas länger gedauert, bis er gemerkt hat, wie wichtig spezieller Sport für sein Herz ist: „Ich habe seit zehn Jahren Probleme mit dem Herzen“, erzählt er. Damals hat er einen Bypass bekommen, die Ärzte rieten ihm, Sport zu treiben und empfahlen ihm eine Herzsportgruppe. Damals hat er sich die Gruppe des Frankenberger Vereins Budokan schon angeschaut - aber er dachte, es sei nichts für ihn. „Ich bin ein ziemlich unsportlicher Mensch. Ein Beamter, eben ein Schreibtischtäter“, gibt er zu. Vor seiner Pensionierung habe er wenig Sport gemacht. Vier Jahre später musste er wegen seines Herzens wieder in die Klinik; der Arzt habe ihm nun dringlicher empfohlen, mit dem Herzsport anzufangen - diesmal hörte Klaus Schulze auf den ärztlichen Rat.

Heute fährt Schulze gerne Fahrrad und versucht, zwei Mal in der Woche Schwimmen zu gehen. Auch Wandern gehört zu seinen Hobbys. Aber das gibt ihm nicht so ein gutes Gefühl wie der Herzsport. „Ich gehe nach der Übungsstunde immer mit einem guten Gefühl heim, weil ich weiß, dass ich speziell etwas für mein Herz gemacht habe“, sagt der 62-Jährige. Daheim macht er nicht so viele Übungen für sein Herz - in der Gruppe kann Schulze sich besser motivieren und hat mehr Spaß unter Gleichgesinnten. „Als ich mit dem Herzsport angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass es mir so gut gefällt und so gut tut.“ Bei der Gruppe des Budokan gebe es nicht nur sportliche Übungen, sondern auch Tipps für die Ernährung. Jetzt hat Schulze Sorge, dass er künftig nicht mehr so oft zum Herzsport kann, weil Übungsleiter fehlen. Die Übungsleiter der Herzsportgruppe sind ausgebildet und lizensiert. Sie haben beim Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sport-Verband in Fulda eine Ausbildung gemacht.

Bisher hatte der Frankenberger Budokan drei ausgebildete Übungsleiter. Wie Gruppenleiter und zweiter Vorsitzender des Budokan, Jürgen Bende, erklärt, haben sie an fünf Wochenenden einen Kurs in Rodenburg besucht. Dadurch ist die Gruppe lizensiert und bei Patienten mit koronalen Herzerkrankungen - etwa nach einem Herzinfarkt oder einer Bypass-OP - übernimmt die Krankenkasse die Gebühren für zwei Jahre.

Jürgen Bende ist seit 2001 als Übungsleiter dabei. Bisher hat er mit zwei weiteren Leitern gearbeitet. „So konnten wir uns abwechseln“, erklärt er. Die beiden anderen Leiter haben nun aber aufgehört. „Alleine werde ich es nicht immer schaffen, das Angebot wöchentlich aufrecht zu erhalten.“ Der Finanzbeamte, der sich durch Probleme mit dem eigenen Herz-Kreislaufsystem medizinisch interessiert, ist oft beruflich unterwegs und sucht daher noch Interessierte, die einen Übungsleiterschein für Herzsportgruppen haben oder machen möchten. Die Gruppe trifft sich einmal in der Woche und bietet Programm für eineinhalb Stunden. Zunächst machen die 20 Kursteilnehmer Lockerungsübungen, bevor sie Kraft und Ausdauer trainieren und schließlich Übungen zur Entspannung machen. Ein Arzt und ein Notfallkoffer sind immer dabei - falls einer der Sportler medizinische Hilfe benötigt.

Wer Interesse hat, Übungsleiter für die Herzsportgruppe des Budokan zu werden, kann sich bei Jürgen Bende melden, Telefon: 06451/9675.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare