Hainaer Psychiatrie-Museum wird neu konzipiert

Neue Konzepte für alte Geschichte

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Nicht nur das Psychiatrie-Museum wird überarbeitet: In diesen sanierten Raum zieht die Ausstellung über die Malerfamilie Tischbein ein.

Haina (Kloster) - Die Geschichte Hainas ist spannend und vielfältig.Zwei kleine Museen befassen sich mit besonderen Aspekten der Historie der Klostergemeinde - und in beiden stehen große Veränderungen an. Das Psychiatrie-Museum wird modernisiert, das Museum über den Goethe-Maler Tischbein und seine Familie zieht um.

Die Ausstellungsstücke im Psychiatrie-Museum in Haina jagen vielen Besuchern einen Schauer den Rücken herunter: etwa das „Hohle Rad“, in dem Patienten so lange laufen mussten, bis sie sich vor Erschöpfung beruhigt hatten, oder der „Englische Sarg“, ein Stehschrank, in dem Bewegungen komplett eingeschränkt waren. Es gibt auch einen Stuhl, in dem Patienten angeschnallt wurden und nichts außer dem Kopf bewegen konnten. „Darin ist 1849 ein Patient gestorben. Er war 29 Stunden da drin festgeschnallt“, berichtet Dr. Horst Hecker.

Der Hauberner Historiker ist dienstags und an den Wochenenden im Museum, informiert die Besucher über die Ausstellung, kennt Geschichte und Geschichten aus dem damaligen Hospital, das bis heute Psychiatriestandort ist.

Sein Arbeitsplatz wird sich in den nächsten drei Jahren verändern: Das Psychiatrie-Museum soll modernisiert, saniert und erweitert werden. „Es war einfach an der Zeit“, sagt Prof. Dr. Christina Vanja, die Leiterin des Fachbereichs Archiv, Gedenkstätten, Historische Sammlungen beim Landeswohlfahrtsverband. Und tatsächlich ist die Ausstellung in die Jahre gekommen: An manchen Wänden bröckelt der Putz, einige Schautafeln sind nicht mehr ansehnlich. Vor allem sind Konzeption und Informationen nach 23 Jahren nicht mehr aktuell. „Die Ausstellung ist zu textlastig“, sagt Dr. Horst Hecker. Zudem fehlen auf den Infotafeln die vergangenen zwei Jahrzehnte, vor allem die Veränderungen durch die Gründung von Vitos.

(von Andrea Pauly)

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