Bahnstrecke zwischen Marburg und Frankenberg

Neue Schienen in Ernsthausen verlegt

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Mit einem Bagger haben die Bauarbeiter die kurzen Schienenstücke für die Bahnübergänge auf die Trasse.

Burgwald-Ernsthausen - In Ernsthausen rattern die Baumaschinen seit Sonntagabend: Bauarbeiter erneuern die Schienen und Schwellen zwischen Ernsthausen und Wiesenfeld mit großen Maschinen und passgenauer Handarbeit. Bis zum 24. Juli arbeiten sie Tag und Nacht.

Die Gleisbauarbeiten in Ernsthausen sind in vollem Gange: Seit Sonntagabend schaffen die Arbeiter rund um die Uhr auf einer zweieinhalb Kilometer langen Strecke. Große Pausen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten gibt es nicht.

Der Zeitplan, den Bauleiter Thorsten Wahl und Bauüberwacher Hans-Jürgen Conrad vor sich liegen haben, ist detailliert ausgearbeitet. Die beiden wissen auf einen Blick, wann genau an welcher Stelle geschweißt und geschraubt wird. Jeweils 35 Männer sind auf der Trasse zwischen den Bahnhaltepunkten in Wiesenfeld und Ernsthausen am arbeiten - und das jeden Tag in jeweils zwölfstündigen Schichten, auch nachts und am Wochenende. Schließlich muss die Bahnstrecke spätestens zum Ende der Sommerferien saniert sein. „Außerdem können wir manche Arbeiten nur nachts machen“, sagt Bauleiter Wahl.

Gestern setzten die Arbeiter an den Bahnübergängen und auf der Brücke in Ernsthausen die Schwellen in Handarbeit und mit Hilfe von zwei Baggern. Unterdessen nahm der Umbauzug seine Arbeit auf: Der setzte die Schwellen und verlegte die neuen Schienen, während er im selben Arbeitsschritt die alten Schwellen und Schienen entfernte. „Der Umbauzug braucht eine gewisse Arbeitsbreite“, erklärte Bauleiter Wahl. Deshalb müssen die Schwellen an den Bahnübergängen noch klassisch verlegt werden.

„Die Arbeiten an den Schienen und Schwellen sind derzeit der Hauptteil unserer Arbeit“, sagte Conrad. Zuvor begannen die Mitarbeiter des beauftragten Bauunternehmens in der Sonntagnacht mit dem Rückbau der Elektronik entlang der Schienen. „Das sind Hindernisse für unsere Maschinen“, sagte Wahl.

Wenn die neuen Schienen verlegt sind, fährt die „Bettungsreinigungsmaschine“ ab Freitagmorgen und während des Wochenendes von der Haltestelle in Ernsthausen bis nach Wiesenfeld. „Die Maschine reinigt den Schotter unter den Schienen“, erklärt Conrad.

Anschließend ist die „Stopfmaschine“ an der Reihe. Die reguliert laut dem Bauüberwacher die Höhe der Schienen: „Sie stopft Schotter unter die Schienen und bringt sie in die gewollte Lage.“

Die schweißtreibende Arbeit steht den rund 70 Bauarbeitern, die täglich im Einsatz sind, noch bevor: In der nächsten Woche werden die Schienen verschweißt. „Das dürfen wir nur bei bestimmten Temperaturen“, erklärt Wahl. „Deswegen werden diese Arbeiten nachts gemacht.“ Die einzelnen Schienen haben jeweils eine Länge von 120 Metern. An den Enden müssen sie ordentlich miteinander verschweißt werden. „Sonst ruckelt das während der Bahnfahrt an diesen Stellen immer“, sagt Wahl.

Zum Abschluss der Arbeiten werden dann die elektronischen Gleisschaltmittel wieder installiert. Bis zum 24. Juli sollen die Arbeiten auf dem Streckenabschnitt abgeschlossen sein, wenn alles nach dem vorbereiteten Plan läuft. Einige Bahnübergänge sind daher in Ernsthausen zeitweise voll gesperrt. Zudem fahren während der Arbeiten keine Züge zwischen Frankenberg und Münchhausen. Stattdessen fahren Busse, die 14 Minuten früher starten, als die eigentlichen Züge.

Die Übergänge im Rohrweg und im Feldweg bleiben bis zum 20. Juli gesperrt. Der Bahnübergang im Bruchweg ist heute bis 12 Uhr gesperrt, sowie Freitag von 10 Uhr bis 17 Uhr und von Dienstag, 16. Juli, um 16 Uhr bis Donnerstag, 18. Juli, um 20 Uhr.

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