Naturschutz-Projekt bei Battenfeld

Neuer alter Lebensraum für die Arnika

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Auf dem Battenfelder Driescher ist die Arnika schon zu finden, an der nahegelegenen Grillhütte soll sie weiteren Lebensraum erhalten. Gerhard Kesper vom NABU, Frank Schütz vom BUND, Günter Faust vom NABU und der Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn begutachten die Heilplanze.Foto: Mark Adel

Allendorf-Battenfeld - Jeder kennt die Arnika als Heilpflanze. Sie ist ein für die Region typisches Gewächs, wird aber immer seltener. Der NABU und andere Naturschützer wollen ihren Lebensraum unter anderem nahe der Battenfelder Grillhütte sichern.

Die Arnika ist eine von 40 so genannten „nationalenVerantwortungsarten“: Das sind Pflanzen oder Lebewesen, die nur in Deutschland vorkommen, aber in ihrem Bestand bedroht sind. Deshalb gibt es bundesweit Förderprogramme, um diese Arten zu sichern.

Im Landkreis stehen zehn Arten im Fokus. Der Waldeck-Frankenberger NABU will für sie das Bewusstsein wecken, die Lebensräume schützen und weiterentwickeln. Eine der zehn Arten ist die Arnika, die unter anderem im Upland, Ederbergland und im Kellerwald vorkommt. „Es ist eine typische Art, die eigentlich jeder kennt“, beschrieb Hartmut Kaiser von der Unteren Naturschutzbehörde bei einem Termin mit Naturschützern, Mitgliedern der freien evangelischen Gemeinde und Vertretern der politischen Gemeinde.

Die Wacholderheide bei der Battenfelder Grillhütte wird seit Jahren von der freien evangelischen Gemeinde ehrenamtlich gepflegt. Dort soll die nach der Bundesartenschutzverordnung geschützte Arnika eine neue Heimat bekommen. Die Naturschützer hoffen, dass die Pflanze dort wächst und gedeiht, obwohl die Fläche unter einer Höhe von 400 Metern liegt, die die Arnika eigentlich liebt.

Im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Battenfelder Driescher können Naturfreunde die Arnika schon finden - solche extensiv genutzten Kulturlandschaften waren vor der Industrialisierung typisch für Arnika-Vorkommen. Infolge der Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft ging immer mehr an Lebensraum verloren.

Gerhard Kesper vom NABU hat in den vergangenen Jahren mit der Aussaat der Pflanze experimentiert - je nach Fläche mal mit mehr Erfolg. Er begleitet die Anpflanzaktion bei Battenfeld. Die Mitglieder der freien evangelischen Gemeinde wollen Gitter bauen, um die Pflanzen zu schützen, sagte Norbert Harres. Die Gewinnung solcher Paten ist ein Ziel des NABU-Projekts.

Die Tiere von Schäfer Gerhard Schmitt weiden auf den Flächen und sorgen für die typische Heidelandschaft, die für die Arnika wichtig ist. Die Gemeinde Allendorf nutzt das Gelände als Kompensationsfläche, um Eingriffe in die Natur auszugleichen - zuletzt nach dem Bau der zweiten Biogasanlage. „Wir betreiben Kulturlandschaftsschutz“, betonte Gerhard Kesper.

Weitere „Verantwortungsarten“ im Kreis sind die Mopsfledermaus, die Wildkatze, der Kiebitz, der Mittelspecht, der Rotmilan, die Barbe, der Feuersalamander, die Pfingstnelke und das Breitblättrige Knabenkraut. (da)

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