Investor will Gebäude kaufen

Neuer Eigentümer für altes Stadthaus

+

Frankenberg - Wie bereits in der Causa Bahnhof hat sich in den vergangenen Monat hinter den Kulissen viel getan in Bezug auf das Stadthaus: Nach FZ-Informationen soll das Gebäude am Obermarkt verkauft werden. Ein Investor steht schon bereit.

Auf Dauer ist das Frankenberger Stadthaus ein Millionengrab: Der Bau aus der Nachkriegszeit ist aus energetischer Perspektive dringend sanierungsbedürftig und reißt Jahr für Jahr ein Loch in den städtischen Haushalt. Eine Sanierung aber kostet Geld, das die Stadt Frankenberg derzeit nicht hat. Dabei steht energetische Effizienz ganz oben auf der Agenda des Bürgermeisters wie auch der Koalition aus CDU und Grünen: Das Klimaschutzkonzept steht, die Stelle für einen Klimaschutzmanager soll rasch besetzt werden. Das alte Stadthaus passt da kaum zum neuen Auftreten der Stadt.

Schon einige Zeit soll Bürgermeister Rüdiger Heß auf der Suche nach einem Interessenten für das Gebäude gewesen sein, jetzt hat er ihn nach Information der Frankenberger Zeitung gefunden: Für mehr als zwei Millionen Euro soll ein Investor das Gebäude erstehen wollen. Dies ließ der Bürgermeister in der ersten vollen Arbeitswoche den Fraktionen im Stadtparlament bereits mitteilen. Ziel ist es, möglichst früh eine möglichst breite und überfraktionelle Zustimmung für das Projekt zu erreichen.

Viessmann dementiert Interesse am Gebäude

Der zunächst logisch erscheinende Käufer - Viessmann - dementiert allerdings ein Interesse an den Räumen der Stadtverwaltung: „Wir wissen davon nichts“, erklärte Pressesprecher Jörg Schmidt auf FZ-Nachfrage. Dabei böte sich das Stadthaus als Erweiterung des Hotels „Die Sonne Frankenberg“ durchaus an - hat das Unternehmen doch bereits Gebäude am Untermarkt erstanden, die deutlich schwieriger in den Hotelkomplex integriert werden können. Im vergangenen Jahr kam gar das Gerücht auf, das Stadthaus könne als neues „Dilloff‘sches Haus“ mit alter Fassade neu entstehen. Die verwinkelten Flure und die Halb-etagen allerdings machen das Innere denkbar ungünstig für einen gehobenen Gastronomiebetrieb.

Aus dem gleichen Grund wurde das Gebäude auch für die Verwaltung selbst zunehmend unattraktiv. Im vergangenen Jahr wurde auf Bestreben des Stadtparlaments die Organisationsstruktur des Hauses überprüft - und in die Arbeitsabläufe spielen eben auch die Arbeitswege innerhalb der Verwaltung hinein. Ein Ergebnis dieser Überprüfung liegt bislang noch nicht vor.

So ist es nur folgerichtig, dass als neue Herberge der Stadtverwaltung wohl nur ein ebenso neues Gebäude in Frage kommt: energetisch und in den Arbeitsabläufen vollständig auf Effizienz optimiert. Solch ein Verwaltungsgebäude hat sich etwa die Gemeinde Burgwald von Finger-Haus bauen lassen. In der Diskussion sind dabei offenbar schon länger drei Grundstücke.

von Malte Glotz

Um welche Standorte es sich handelt - und mehr - lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Donnerstag, 16. Januar 2014.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare