Frankenberg

Neues Domizil für Frankenberger Tafel

- Frankenberg (gl). Der Umzug von der Hengstfurt in die Auestraße soll logistische Probleme lösen und Kunden mehr Komfort bringen. Mehr Platz, keine Stufen und ein Warteraum: Der neue Standort der Tafel ist für Mitarbeiter und Bedürftige ein Gewinn, ist sich der Vorstand einig.

Wer die Räume der Frankenberger Tafel an der Hengstfurt kennt, weiß um die Treppen und Stufen in dem Gebäude. Die Mitarbeiter der Tafel, allesamt ehrenamtlich Tätig, mussten die Körbe mit Nahrungsmittel für die Kunden in einem Raum packen, dann über Stufen in den Ausgaberaum schaffen. „Anfangs war das kein Problem. Wir haben mit zehn bis fünfzehn Körben pro Ausgabetag begonnen, heute sind es aber etwa 80“, erklärt Kurt Belohlavek, der im Organisationsteam des Vereins für den Service verantwortlich ist. Er habe mit einem Schrittzähler gemessen, dass so pro Helfer etwa acht Kilometer Laufstrecke je Ausgabetag zusammenkämen. Diese Strecke soll sich ab dem 21. September deutlich verkürzen. Mit dem neuen Gebäude in der Auestraße 19 gewinnt die Tafel zwar nur wenig Platz – 110 Quadratmeter stehen dem Verein nun zur Verfügung – aber die Räume sind allesamt ebenerdig und deutlich großzügiger geschnitten. Die Körbe können nun im selben Raum gepackt werden, in dem sie auch ausgegeben werden. „Außerdem bekommen unsere Kunden eine Wartezone“, sagt Vorstandmitglied Hans-Jürgen Wilhelm und zeigt in einen Raum hinter dem Eingang. Bislang müssen die Bedürftigen beim Abholen ihrer Speisekörbe draußen warten. Zusätzlich zum Warte- und dem Ausgaberaum gibt es Toiletten, ein kleines Büro, einen Konferenzraum mit Küchenzeile sowie zwei kleine Lagerräume. „Hier wollen wir einen Grundstock aufbauen, damit die Körbe auch dann gleich viel Inhalt haben, wenn von den spendenden Firmen mal etwas weniger kommt“, erklärt Pfarrerin Caroline Miesner die Lagerhaltung. Dies sei etwa im Sommer so, ergänzt Wilhelm, wenn die Supermärkte wegen Urlaubs generell weniger Waren bestellen und verkaufen. Noch sind die Räume nicht bezugsfertig. Sie wurden bislang von der freikirchlichen „Gemeinde auf dem Weg“ genutzt und sollen noch gestrichen werden. Außerdem müssten noch Wasseranschlüsse versetzt werden. Hans-Jürgen Wilhelm hofft, dass sich viele freiwillige Helfer an der Renovierung beteiligen. Auch Fahrer und Packer für den Normalbetrieb würden immer gesucht. Zusätzlich braucht der Verein auch Lebensmittel-Regale und Vorbereitungs-Tische, wie sie in Großküchen eingesetzt werden. Wilhelm hofft, dass „sich jemand findet, der kurzfristig so etwas über hat, sonst müssen wir die Sachen bald bestellen“.Die Frankenberger Tafel unterstützt etwa 780 hilfsbedürftige Menschen in Frankenberg, Hallenberg, Battenberg und Gemünden, ein Drittel davon sind Kinder. Jeder Kunde erhält alle vierzehn Tage einen Korb, Ausgabe in Frankenberg ist immer dienstags und donnerstags. Der Umzug betrifft etwa 75 Prozent dieser Kunden. Der neue Standort in der Auestraße sei „privater“ als die bisherige Ausgabestelle im ehemaligen Bootshaus. „Vielen ist es unangenehm, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt Belohlavek. Der der Straße abgewandte Eingang des neuen Standorts mit Parkmöglichkeit sei daher ideal. Parkende Autos würden den Verkehr nicht stören, die Privatsphäre sei gewährleistet.

Freiwillige, die langfristig oder beim Umzug helfen wollen, erreichen die Frankenberg Tafel unter den Telefonnummern 06451/408231 und 0162/2891891.

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