Neues Entgeltsystem in Psychiatrie: Vitos Haina fürchtet Nachteile

Neues Entgeltsystem in Psychiatrie: Vitos Haina fürchtet Nachteile

Haina-Kloster. Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina befürchtet eine massive Verschlechterung der psychiatrischen Versorgung, wenn künftig – wie in somatischen Krankenhäusern – Fallpauschalen eingeführt werden.

Diese Pauschalen könnten dazu führen, dass schwer chronisch kranke Patienten zu früh entlassen werden, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Rolf Speier.

Die Pauschalen haben großen Einfluss auf die Dauer eines Krankenhaus-Aufenthaltes, zum Beispiel bei einer Depression oder Schizophrenie. Wird die vorgesehene Zeit überschritten, wird der Tagessatz, den die Klinik erhält, erheblich gekürzt.

„Bei einer Hüftgelenks-Operation lässt sich einschätzen, wie lange ein Krankenhausaufenthalt in der Regel dauert. Bei Depression oder Schizophrenie ist das anders“, sagt Facharzt Dr. Speier. Manche Patienten könnten nach drei oder vier Wochen entlassen werden, aber es gebe auch Kranke, die mehrere Monate in der Psychiatrie versorgt werden müssen.

Bisher zahlen Krankenkassen psychiatrischen Kliniken einen festen Satz pro Tag, den der Patient in der Klinik behandelt wird – ohne zeitliches Limit. Das Bundesgesundheitsministerium will nun zum 1. Januar 2013 das neue Vergütungssystem per Rechtsverordnung in Kraft setzen.

Ein Aktionsbündnis für psychische Gesundheit und auch Vitos Haina fordern, dass die neue Regelung um zwei Jahre verschoben wird und das Entgeltsystem so zu planen, dass es den Bedürfnissen der Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen gerecht werde. Vorschläge liegen vor.

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Quelle: HNA

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