Naturschutzgebiet Battenfelder Driescher wird für den nächsten Zyklus fit gemacht

Neues Leben für die Heide

Entkusseln: Jan-Philipp Bertram und Sebastian Kahler, Auszubildende beim Forstamt Frankenberg, zeigen hier das Entfernen einzelner junger Bäume. Wo die Plaggmaschine nicht hinkommt, müssen die Pflanzen mit der Hand ausgegraben werden. Fotos: Noll

Battenfeld. Die Heideflächen auf dem Battenfelder Driescher werden derzeit für den nächsten Heidezyklus fit gemacht.

Früher wurden dort Grassoden und Heidestücke gestochen und als Einstreu für die Viehställe verwendet. Die zusätzliche ganzjährige Schaf- und Ziegenbeweidung sorgte dafür, dass keine Bewaldung einsetzte. Auf diese Weise entstanden Heidelandschaften mit ihrer speziellen Fauna und Flora. Die Heidelerche, von der es im gesamten Landkreis nur noch drei Brutpaare im Battenfelder Naturschutzgebiet gibt, sowie mehrere Flechten- und Insektenarten sind auf diesen Lebensraum angewiesen.

Mit Aufgabe der Heidebewirtschaftung veränderte sich mit einsetzender Bewaldung die Bodenbeschaffenheit zusehends. Es bildete sich ein dichter Grasfilz mit schwer zersetzbarem Rohhumus. Die Heidestöcke, sonst kurz gehalten, verholzten und starben ab. Auf diese Weise sind in den vergangenen fünf Jahrzehnten etwa 95 Prozent der Heideflächen verschwunden.

Um diesem Prozess entgegen zu wirken, muss die Landschaftspflege eingreifen. Dies geschieht im Wesentlichen durch das Plaggen und Entkusseln (Entfernen einzelner Bäumchen und Sträucher) sowie durch gezielte Schaf- und Ziegenbeweidung.

Beim Plaggen wird die Vegetationsdecke mit der durchwurzelten Humusschicht bis auf den darunter liegenden nährstoffarmen Rohboden maschinell abgetragen. In der Folgezeit etablieren sich auf den offenen Flächen zunächst verschiedene Flechten, Moose und Gräser. Danach folgen Zwergsträucher wie die Preiselbeere und junge Heidesprösslinge.

Infotafeln werden installiert

Nach etwa sechs Jahren blüht das Heidekraut wieder üppig. Mit der Zeit baut sich wieder eine Humusschicht auf, die Nährboden für Pflanzen und Bäume zur Verfügung stellt. Doch mit zunehmender Bewaldung würde die typische Heidefläche verschwinden. Damit dies nicht geschieht, muss der Mensch eingreifen. Er tut dies, indem nach 20 bis 25 Jahren die Heideschicht erneut abgetragen wird. Damit kann der Heidezyklus von vorn beginnen.

Parallel dazu werden Infotafeln zu den Heideflächen un den laufenden Arbeiten aufgestellt.

Von Harald Noll

Quelle: HNA

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