Frankenberg

Neuschäfer kritisiert Bürgermeister

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- Frankenberg (jos). „Mehr als verwunderlich“ findet Daniela Neuschäfer die Tatsache, dass ihre Nachfolgerin im städtischen Familienbüro, Silke Elzenbeck, noch in der Probezeit gekündigt hat (wir berichteten).

Lange ist es noch nicht her, da war Daniela Neuschäfer eine der engsten Mitarbeiterinnen von Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt. Als Motor des Modellprojekts „Familienstadt mit Zukunft“ stand sie in der Öffentlichkeit und warb für die Familienpolitik der Stadt. Als sie dann vorigen Herbst einen neuen Job an der Uni in Kassel angenommen hat, war das ein Verlust für Frankenberg. Für den Bürgermeister ist es indessen noch dicker gekommen: Neuschäfer hat sich von der SPD als Kandidatin für die Kommunalwahl nominieren lassen. Und jetzt passiert das, womit zu rechnen war: Als neue „SPD-Familienexpertin“ feuert Neuschäfer auf ihren Ex-Chef, der aus derm Lager dem Lager der CDU kommt.

Anlass ist das Ausscheiden von Neuschäfers Nachfolgerin Silke Elzenbeck. Erst am Montag hat Engelhardt die FZ darüber informiert, auf den am Dienstag veröffentlichten Bericht reagierte die Frankenberger SPD noch am gleichen Abend mit einer gepfefferten Pressemitteilung. Die Sozialdemokraten erklären darin, dass das Familienstadt-Projekt seit Neuschäfers Weggang „an allen Ecken und Enden“ kränkeln würde. Und Neuschäfer selber kommentiert die Kündigung ihrer Nachfolgerin: „Frau Elzenbeck hat extra wegen dieser zugegebenermaßen sehr herausfordernden und öffentlichkeitswirksamen Aufgabe ihre alte, unbefristete Arbeitsstelle als Stadtjugendpflegerin in Kitzingen verlassen und ihr gesamtes soziales Umfeld aufgegeben, um in unserer schönen Illerstadt das Familienstadt-Projekt in einem würdigen Rahmen fortzuführen. Da ist es schon mehr als verwunderlich, dass sie so schnell wieder aufgehört hat.“

Wie berichtet, hatte Elzenbeck laut Auskunft von Bürgermeister Engelhardt „familiäre Gründe“ für ihre Kündigung noch während der Probezeit genannt. Die SPD kritisiert nun, diese Gründe seien weder überprüfbar noch nachvollziehbar. Ortsvereinsvorsitzender Volker Heß stellt nun infrage, ob Elzenbeck denn „ausreichend Unterstützung im Stadthaus“ gefunden habe. In jedem Fall wolle sich die SPD mit Elzenbeck in Verbindung setzen, „um von ihr wertvolle Tips zu erhalten, wie ihrer Meinung nach die Familienpolitik in Frankenberg ausgestaltet werden sollte, um das Projekt auch zukünftig erfolgreich weiterführen zu können“. Um eine schnelle Lösung für die Neubesetzung der Stabsstelle im Stadthaus bemüht, hatte Engelhardt die langjährige Wirtschaftsförderin Evelyn Jacobs gemeinsam mit der Mitarbeiterin aus der Einkaufskinderbetreuung, Christina Hartmann, zur neuen Chefin im Familienbüro erklärt. Diese Personalentscheidung bezeichnet die SPD als „abenteuerlich und wenig nachhaltig“.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 20. Januar

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