Im Strickkreis Frankenau handarbeiten Frauen verschiedener Generationen

Nicht nur was für Oma

Gehören dem 15-köpfigen Strickkreis in Frankenau an: (von links) Carmen Schäfer, Marianne Pilger, Valerie van der Kraan und Christa Schade. Foto: Daum

Frankenau. Es gibt Abende, da gehen die Frauen des Strickkreises Frankenau mit Bauchschmerzen nach Hause. Nicht etwa, weil sie viel zu viel gegessen haben – sondern vor allem deshalb, weil es wieder einige unglaublich lustige Stunden waren, die sie zusammen verbracht haben.

„Mir würde auf jeden Fall etwas fehlen, wenn wir uns nicht mehr treffen würden“, betont die Leiterin der 15-köpfigen Strickgruppe, Elisabeth Backhaus. Die alle zwei Wochen stattfindenden Strickabende seien nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. „Denn beim Handwerk unterstützen wir uns gegenseitig. Jeder strickt auf einem anderen Level, wir ergänzen uns da gut“, sagt Backhaus.

Kreatives Hobby

Seit etwa sieben Jahren gibt es den Strickkreis in der Kellerwald-Stadt. Und wenn man die Altersstruktur der Gruppe betrachtet, fällt auf, dass die älteste Teilnehmerin über 80 Jahre alt ist, die jüngste aber gerade einmal Mitte 30 ist. Das Vorurteil, Stricken wäre nur was für Großmütter, gilt in Frankenau nicht. „Die eigene Kreativität, die ich bei dem Handwerk entfalten kann, ist der Grund, warum ich mich gerne mit den anderen Frauen zum Strickabend treffe“, sagt Carmen Schäfer (42). Sie ergänzt, dass die jüngeren Frauen eher dazu neigten, trendige Sachen zu stricken. Taschen gehörten vor allem dazu.

Der Strickkreis Frankenau hat sich heute im Hessischen Hof getroffen. Die 20-Jährige Servicekraft Lisa Schäfer versorgt die Frauen mit Getränken und Speisen. Sie ist zwar selbst nicht in der Gruppe, doch sie weiß ganz genau, wovon ihre Gäste sprechen. „Ich stricke selbst unheimlich gerne“, sagt sie. „Mir ist es wichtig, dieses kulturelle Erbe weiterzutragen und nicht aussterben zu lassen.“ Lisa Schäfer hat das Stricken schon in der dritten Klasse gelernt. „Es gibt so viele originelle Sachen, die man machen kann. Es ist definitiv nicht so, dass nur ältere Menschen stricken. Mir gefällt es, für Freunde und für die Familie Schals, Mützen oder andere Dinge anzufertigen“, sagt Lisa Schäfer.

„Ich will dieses kulturelle Erbe weitertragen.“

Lisa Schäfer

Elisabeth Backhaus erzählt, dass sich der Strickkreis in Frankenau am Anfang vor allem deswegen gegründet hatte, weil die Frauen damals das Stricken der neuen Bumerangferse – einer verstärkten Ferse – erlernen wollten. „Elke Kring hat uns dieses Handwerk vor sieben Jahren beigebracht“, erinnert sich die Leiterin. Mittlerweile stricken die Frauen nicht nur für sich, sondern auch für andere. Im Blick haben sie dabei in erster Linie Menschen, denen es nicht so gut geht wie ihnen. „Wir stricken warme Socken und Kleidung und spenden diese für arme Kinder, die sowohl in unserer Region leben, als auch in anderen Ländern wie Rumänien oder Japan“, so Backhaus.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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