22-Jähriger schoss mit Schreckschusswaffe auf Festwirt – Zu Geldstrafe verurteilt

„Er war nicht zu bändigen“

Frankenberger Land. „Ich schieße dir eine Kugel in den Kopf und durchlöchere deinen Wohnwagen.“ Mit diesen Worten hat ein 22-Jähriger einen Festwirt bedroht und später tatsächlich mit einer Schreckschusswaffe auf den Mann geschossen. Dafür ist der 22-Jährige jetzt vom Frankenberger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2090 Euro (110 Tagessätze à 19 Euro) verurteilt worden.

Der Angeklagte gab an, sich an nichts zu erinnern, was sich in der Nacht des 2. Juli dieses Jahres auf einem Fest im Frankenberger Land ereignet hatte. Aber der Festwirt, der als Zeuge aussagte, konnte sich noch gut erinnern – und er schilderte den Hergang so detailiert, dass sogar der Angeklagte einräumte: „Ich glaube ihm, dass es so gewesen ist.“

Das Fest sei längst beendet gewesen, als der Festwirt, der mit seiner Familie und Mitarbeitern in Wohnwagen auf dem Festplatz übernachtete, gegen 4 Uhr Geräusche hörte. Mit seiner Frau und seinem Sohn habe er nachgesehen: Im Festzelt seien drei junge Männer gewesen – einer davon der Angeklagte. Sie seien betrunken gewesen und hätten ein Handy gesucht.

„Wir haben sie rausgeschmissen und sind draußen von ihnen beschimpft worden“, sagte der Festwirt und erzählte, dass man solche Auseinandersetzungen bisher immer habe schlichten können. „Wir wollen keinen Ärger auf unseren Festen.“

Diesmal sei das anders gewesen. „Der war richtig aufgedreht und nicht zu bändigen“, sagte der 57-Jährige über den Angeklagten. Der 22-Jährige sei mit einer Holzlatte auf ihn losgegangen, habe aber nicht zugeschlagen. Beim Weglaufen habe der junge Mann gerufen: „Ich komme wieder. Dann schieße ich dir eine Kugel in den Kopf und durchlöchere deinen Wohnwagen.“

Die Familie habe das nicht ernst genommen und sei wieder schlafen gegangen. 20 Minuten später habe er draußen Schüsse gehört und nachgesehen. „Der hat auf mich geschossen. Ich habe mich zur Seite geworfen, weil ich ja nicht wusste, ob es eine echte Waffe ist.“

Bereits vorbestraft

„Ich entschuldige mich für das, was passiert ist“, sagte der arbeitslose Angeklagte. Staatsanwalt Noll unterstellte dem 22-Jährigen dennoch kriminelle Energie. Und Richterin Andrea Hülshorst erinnerte daran, dass der Angeklagte bereits wegen Körperverletzung vorbestraft ist und eigentlich eine Therapie habe machen sollen, um seine Aggressionen unter Kontrolle zu bekommen. „Normalerweise habe ich damit keine Probleme mehr“, antwortete der Mann. Dass er einen Blackout gehabt habe, schob er auf den Alkohol: Laut Gutachten waren es zur Tatzeit bis zu 2,14 Promille. Auch Cannabis wurde nachgewiesen, nachdem ihn die Polizei zuhause in seinem Schlafzimmer festgenommen hatte. Die Werte seien aber zu gering für einen totalen Blackout, meinte die Richterin.

Sie beließ es bei einer Geldstrafe, weil der 22-Jährige zum ersten Mal nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde und seine letzte Verurteilung vier Jahre zurückliegt. Die beiden anderen Männer aus dem Festzelt, die als Zeugen geladen waren, mussten nicht mehr gehört werden.

Quelle: HNA

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