Battenberg

„Nicht verstaubt, sondern modern“

- Als gute Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben werteten die Redner den Gesellenbrief, den junge Leute aus dem ganzen Landkreis am Montagabend in der Burgberghalle entgegennahmen (da).

Mehr als 450 Menschen, davon über ein Viertel „neue“ Gesellen, nahmen an der feierlichen Freisprechung in der Burgberghalle teil; Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie Familien, Freunde, Ausbilder und Chefs der Auszubildenden. „Ihr Gesellenbrief beweist es schwarz auf weiß: Sie verstehen Ihr Fach, Sie haben hart dafür gearbeitet um sich Ihren Platz in der Berufswelt zu erobern“, sagte der stellvertretende Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze. „Sie haben ein bedeutsames Ziel erreicht und starten gleichzeitig in einen neuen Lebensabschnitt.“ Ausbildung sei für Betriebe unverzichtbare Grundlage, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Denn die künftigen Fachleute fallen nicht morgen vom Himmel, wenn sie benötigt werden, sie müssen vielmehr heute herangebildet werden.“ Schon heute bestehe in einigen Branchen Fachkräftemangel, „morgen werden Gesellen und Meister überall gesuchte Leute sein“. Mütze appellierte an die Junggesellen auch, sich ständig weiterzubilden und sich zudem ehrenamtlich in Vereinen, Organisationen oder Parteien ehrenamtlich zu engagieren. Landrat Dr. Reinhard Kubat erklärte, dass die Ausbildung im deutschen Handwerk eine „herausragende Qualifikation“ bedeute. „Die Rahmenbedingungen sind so gut wie lange nicht mehr“, spielte er auf die verbesserte konjunkturelle Lage an. „Sie haben viel erreicht, aber Ihnen stehen auch noch viele Möglichkeiten offen.“ Sorgen bereite der demographische Wandel, in dessen Folge der Landkreis Waldeck-Frankenberg im vergangenen Jahr rund 1500 Einwohner verloren habe. Er appellierte deshalb: „Bleiben Sie in der Region. Und wenn Sie gehen, kommen Sie wieder.“ „Das Handwerk ist nicht verstaubt, sondern modern“, sagte der Vizepräsident der Handwerkskammer, Johannes Schwarz. Er wies ebenfalls auf den drohenden Fachkräftemangel hin. „Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, dass das nicht zum ernsten Problem wird.“ Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien derzeit „so gut wie lange nicht“. Schwarz erinnerte an eine weitere Folge der sich verändernden Bevölkerungsstruktur: Jeder fünfte Betriebsinhaber im Bereich der Kasseler Handwerkskammer suche bis 2016 einen Nachfolger. Eine Übernahme könne für Jungmeister eine interessante Alternative sein. Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel stellte die Gastgeberstadt im Oberen Edertal vor. „Mit dem Gesellenbrief haben Sie eine für Ihre weitere berufliche Zukunft wichtige Hürde mit Bravour genommen“, sagte er. Für Städte und Gemeinden sei das örtliche Handwerk unverzichtbar. Gerhard Brühl, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, moderierte die Freisprechung. Für Unterhaltung sorgte die Gruppe Bad Wildunger Streetdance-Gruppe „Pinwoc“ mit zwei Tänzen.

Die Namen aller Gesellen sowie der Innungsbesten lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Frankenberger Zeitung.

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