Verfahren gegen Lehrer

Noch kein Termin für Porno-Prozess

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Frankenberger Land. Noch immer ist kein Ende im Verfahren gegen den Lehrer in Sicht, der zwischen 2004 und 2006 kinderpornografisches Material runtergeladen haben soll.

2013 war er - nach vier Jahren - vom Amtsgericht Frankenberg zu Geldstrafen verurteilt worden. Der mittlerweile 50-Jährige legte Berufung ein. Ein Termin für das Verfahren hat das Landgericht Marburg aber immer noch nicht anberaumt. Der Lehrer ist seit 2009 vom Dienst befreit und erhält weiterhin seine Bezüge.

Ende November 2013 hatte, wie berichtet, Amtsrichterin Andrea Hülshorst den Mann aus dem Frankenberger Land zu 50 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt. Sie sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen 2004 und 2006 vier Mal bewusst einschlägige kinderpornografische Seiten im Internet aufgerufen und 133 solcher Dateien auf zwei Computern gespeichert habe.

Das sei kein schweres Vergehen, hatte Staatsanwältin Nathalie Mand eingeräumt. Dass sich das Verfahren vier Jahre lang hinzog, daran sei der Angeklagte selbst beteiligt, schilderte sie. Im November 2009 sei ihm vom damaligen Staatsanwalt eine Geldstrafe von lediglich 60 Tagessätzen angeboten worden.

Der Angeklagte hatte aber den Befund des vom Gericht bestellten Gutachters, der zwei beschlagnahmte PC untersucht hatte, in Zweifel gezogen und eigene Gutachter beauftragt. Einer von denen hatte sich mit Hilfe eines Anwalts das Speicherabbild der Festplatten illegalerweise kopiert. Das Gericht leitete Verfahren gegen beide ein.

Im Mai 2013 war der Lehrer im daraus resultierenden Verfahren zu 5400 Euro verurteilt worden. Im November 2013 dann zu weiteren 1500 Euro. Gegen beide Urteile legte er Berufung ein.

Das Berufungsverfahren wird am Landgericht Marburg stattfinden, sagt der damalige Pressesprecher Dr. Marcus Wilhelm im November 2014 auf Anfrage unserer Zeitung. Einen Termin gebe es allerdings noch nicht. „Die Terminierung von Verfahren erfolgt in richterlicher Unabhängigkeit und ist damit einer Bewertung durch den Pressesprecher als Teil der Gerichtsverwaltung grundsätzlich entzogen“, sagte er.

Nun fragte unsere Zeitung erneut beim Landgericht nach. „Ein Hauptverhandlungstermin im Berufungsverfahren ist noch nicht anberaumt“, sagte der jetzige Sprecher Dr. Marco Herzog. Grund sei Kapazitätenmangel wegen vieler Verfahren. Es könne aber sein, dass das Berufungsverfahren noch dieses Jahr beginne.

Quelle: HNA

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