Szenarien mit vielen Verletzten

Angehende Notfallsanitäter probten in Frankenberg für den Ernstfall

Gestellter Unfall: Die angehenden Notfallsanitäter versorgen die "Verletzungen" von Martin Szymanek. Ein Dokumentator (karierte Weste) protokolliert den Ablauf der Maßnahmen. 

Frankenberg. Zwischen Löwenzahn und Gänseblümchen liegen blutende, stöhnende Menschen auf dem Gelände der Wehrweide in Frankenberg. 

Doch keine Angst, hier führen das Bildungszentrum des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen in Marburg, der DRK Kreisverband Frankenberg und der Johanniter Regionalverband Mittelhessen gemeinsam eine der beiden Abschlussübungen für 19 angehende Notfallsanitäter durch.

Die Szenarien

Die Auszubildenden müssen sich an einem Tag zwei Szenarien zum Thema größeres Schadensereignis mit vielen Betroffenen stellen. Los geht es am Vormittag mit einem missglückten Chemieversuch mit Knallgas im Unterricht an einer Schule.

Um 14 Uhr werden sie dann zum zweiten Unglücksort gerufen. Dabei ist eine Person aufgrund einer Unterzuckerung mit dem PKW in eine Menschengruppe gefahren. Mit der Fahrerin gibt es sechs Verletzte, um die sich die 19 Sanitäter kümmern müssen. Die Verletzten werden von Darstellern der Gruppe „Maris“ des Uniklinikums Marburg und des DRK Frankenbergs gespielt.

Bei der Vorbereitung: Dozentin Natassa Thomopoulos vom Bildungszentrum des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen schminkt Martin Szymanek.

Der Ablauf

Für die Übungen werden im Vorfeld die sechs „Unfallopfer“ von Natassa Thomopoulos, Dozentin am Bildungszentrum des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen, geschminkt und erhalten Tipps, wie sie sich zu den fiktiven Verletzungen passend verhalten sollen.

Die Übungen beginnen mit der Alarmierung der Rettungskräfte, beim zweiten Szenario erfolgt sie um 14 Uhr. Sieben Minuten später ist das erste Team der Auszubildenden am Unfallort. Sie müssen die Situation einschätzen, erfassen, wie viele Verletzte es gibt und sie für die Versorgung in zwei Gruppen einteilen. Bei der Gruppe mit den roten Armbändchen handelt es sich um Schwerverletzte, die sofort behandelt werden müssen. Das weiße Armbändchen steht für Patienten mit leichteren Verletzungen.

In Absprache mit der leitenden Notärztin kümmert sich jeweils ein Team eines Rettungswagens um einen Patienten. Dabei überwachen Dokumentatoren jeden Arbeitsschritt, um Erfolge und Mängel der Übenden zu erkennen.

Die angehenden Notfallsanitäter müssen die Verletzungen soweit behandeln, dass die Patienten transportfähig sind. Um 15 Uhr sind alle versorgt, das zweite Übungsszenario wird beendet. Zurück im Stützpunkt werden die Übungen durch die Dokumentatoren ausgewertet. Dazu wurden die Übungen zum Teil auch mit einer Drohne gefilmt.

Prüfungsvorbereitung

Die Szenarien wurden konzipiert, um die Auszubildenden auf ihre Abschlussprüfung vorzubereiten. Die angehenden Notfallsanitäter im dritten Lehrjahr haben bereits Praktika in Rettungswachen hinter sich, die ein Drittel der gesamten Ausbildung ausmachen.

Einsätze mit vielen Betroffenen sind dabei aber sehr selten. Carsten Hauser, Lehrkraft am Bildungszentrum des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen und Organisator des Tages, erklärt, warum solche Übungseinsätze wichtig sind: „Einsatzgeschehen in dieser Größenordnung passieren so selten, dass das theoretische Wissen untergehen kann. Erfahrungen aber bleiben.“

Sowohl Theorie- als auch Praxiswissen sind für die angehenden Notfallsanitäter für ihre Abschlussprüfungen wichtig, die sie am 30. Juli mit dem schriftlichen Teil beginnen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Frankenberg (Eder)
Kommentare zu diesem Artikel