Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke sprach vor 100 Zuhörern in Frankenberg

Null Emission als Ziel

Empfangskomitee: Karl-Friedrich Stracke (Dritter von rechts) wurde von (von links) Wirtschaftsförderer Siegfried Franke, Landrat Dr. Reinhard Kubat, dem Vorsitzenden des Regionalausschusses Waldeck-Frankenberg Wolfram Klawe, dem Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel Dr. Walter Lohmeier und der stellvertretenden Vorsitzenden des Regionalausschusses Manuela Lachnit vor einem Opel Kapitän, Baujahr 1961, begrüßt. Fotos: Battefeld

Frankenberg. Die Adam Opel AG will in den nächsten zwei Jahren 30 neue Modelle auf den Markt bringen und dafür elf Milliarden Euro investieren: „Wir haben eine sehr große Zukunft“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Rüsselsheimer Automobilkonzerns Karl-Friedrich Stracke, der auf Einladung des Regionalausschusses Waldeck-Frankenberg am Freitagabend über „Nachhaltige Mobilität“ im Hotel Die Sonne Frankenberg referierte. Die 100 Zuhörer erlebten einen humorvollen, technisch versierten Redner, der – gemäß dem Firmenmotto – mit Leib und Seele für Autos lebt. Karl-Friederich Stracke stammt aus dem Lichtenfelser Stadtteil Goddelsheim. Seine Eltern wohnen noch dort.

Stracke gab in seinem spannenden Vortrag Einblicke in die aktuelle Situation der Adam Opel AG und deren Neuprodukte und stellte die Strategien des Unternehmens in Richtung nachhaltige Mobilität vor – beispielsweise die Weiterentwicklung herkömmlicher Antriebe, Elektromobilität und Brennstoffzellen.

„Wir müssen dem neuen Umweltbewusstsein gerecht werden“, betonte der 55-Jährige. Dabei kündigte er an, dass Opel im Jahr 2015 oder 2016 das erste Wasserstofffahrzeug am Markt haben werde. „Null Emissionen ist unser Ziel“, kündigte Stracke an.

Geplant sei, in den nächsten zehn Jahren Benzin- und Diesel- Motoren zu verbessern, parallel dazu aber auch die Elektromobilität immer mehr zu steigern. Seiner Einschätzung nach würden sich Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren mit fünf bis zehn Prozent am Markt durchsetzen. „Alles andere wäre unrealistisch“, meinte der Vorstandschef.

Der neue Opel-Ampera sei das erste Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerung und werde Anfang November in Serie gehen. „Sie fahren 40 bis 80 Kilometer rein elektrisch und haben ansonsten noch einen Stromgenerator an Bord.“ Die Gesamtreichweite betrage etwa 500 Kilometer, teilte der gelernte Maschinenbau-Ingenieur mit, der selbst mit einem schnittigen , weißen Ampera in Frankenberg vorfuhr: Stracke: „Ich bin extra über die Autobahn mit Motor gefahren, damit ich in Frankenberg völlig geräuschlos einschweben kann.“

Auf die Frage, ob ein Elektrofahrzeug für einen normalen Bürger bezahlbar sein werde, kündigte der Opel-Chef an: „Ziel ist es, in vier Jahren einen deutlich günstigeren Ampera auf den Markt zu bringen.“ Die Situation sei vergleichbar mit der vor 100 Jahren, als die Pferdekutsche vom Benzinmotor abgelöst wurde: „Sie müssen einen ersten Schritt machen.“

Oldtimer-Parade

Die Mitglieder des Regionalausschusses Waldeck-Frankenberg hatte sich für den Besuch des Vorstandschefs eine besondere Überraschung ausgedacht: Der hochkarätige Gast aus Rüsselsheim wurde von einer „Flotte“ Opel-Oldtimer empfangen, die unterhalb des historischen Rathauses malerisch in Pose gesetzt worden waren.

Die „alten Schätzchen“ gehörten Wirtschaftsförderer Siegfried Franke und Eckhard Burk vom Autohaus Biebighäuser, die auch den Kontakt zu Karl-Friedrich Stracke vermittelt hatten.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

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