"Tag des offenen Museums" in Haubern

Ölmühle entdeckt das Keltenöl wieder

Frankenberg-Haubern - Das Öl aus dem Samen des Leindotters schmeckt lecker und soll die Immunabwehr stärken.

Die Ölmüller des Dorfes haben neben dem Raps einen neuen „goldgelben Schatz“: Aus den winzigen Samen des Leindotters pressten sie das wertvolle Keltenöl. Am Sonntag wird es beim internationalen Museumstag auf dem Raiffeisenplatz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Leindotter ist eine seltene und geheimnisvolle Pflanze. Er gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und blüht zwischen Mai und Juli hell- bis dunkelgelb, meist nur einen Tag lang. Sein Samen hat aber besondere Inhaltsstoffe - das wussten schon die Kelten in der Antike, und auch die Hauberner Ölmüller in wissen sie inzwischen zu nutzen.

Dieses Jahr pressen Hauberner, wie schon die Kelten vor Jahrhunderten, die „reine natürliche Gesundheit“ aus dem Samen des Leindotters. Goldgelb glänzt das Leindotteröl in der eleganten Gourmetflasche. Es schmeckt nicht nur außerordentlich gut - spargelig bis erbsig -, sondern ist auch mit seinen hohen Anteilen an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E und seiner günstigen Fettgehaltzusammensetzung ein ernährungsphysiologisch besonders hochwertiges Produkt. Die Hauberner Ölmühle erhält diese gesunden Komponenten durch ihre schonende Kaltpressung.

An Bedeutung verloren

Über die Jahrhunderte hinweg verlor das Keltenöl seine Bedeutung in der Landwirtschaft. Leindotter war nicht rentabel und damit für viele Bauern uninteressant. Nur durch gute Kontakte kamen die Hauberner in den Besitz einer geringen Samenmenge, die sie drei Jahre lang auf Hauberner Äckern vermehrt haben. Die Landwirte Kurt Plett und Martin Schöneweiß haben den Leindotter auf ihren Äckern ausgesät und später gedroschen. Nach mehreren Tests kann nun das Leindotteröl gepresst werden. Es darf nicht mit Leinöl verwechselt werden, das von einer ganz anderen Pflanzenfamilie stammt.

Das Keltenöl schmeckt besonders gut in Dips, auf Salaten und Gemüse. Es wird in einigen Regionen Österreichs als Hausmittel genutzt. Täglich ein paar Tropfen pur sollen die Immunabwehr stärken. Das Keltenöl passt gut in das Sortiment der Ölmühle mit seinem Rapsölen und den Rapskeksen. „In ihm begegnen sich Tradition, Gesundheit und Geschmack in Harmonie“, sagt der Vereinsvorsitzende Detlef Möbus.

Beim „Tag des offenen Museums“ am Sonntag wollen die Mitglieder der Ölmühle neben einer Verkostung des Öls auch den Pressvorgang an einer Demonstrationsmühle zeigen. Erhältlich sind die 100 Milliter-Fläschchen nicht nur in der Hauberner Ölmühle und beim morgigen Museumstag, sondern auch in Frankenberg bei Edeka-Schwebel und im Raiffeisen-Kornhaus.

von Frank Seumer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare