Frankenberg

Ohnacker muss Chefsessel räumen

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- Frankenberg (jos). Das Frankenberger Traditionsunternehmen Thonet wird wieder von einem Mitglied der Gesellschafterfamilie geführt: Peter Thonet (63) hat am Montag die Geschäftsleitung übernommen. Roland Ohnacker musste indessen den Chefsessel räumen.

Die Gründe für die Abberufung und Beurlaubung Ohnackers seien „rein privater Natur“, teilte das Unternehmen gestern mit. Der neue Geschäftsführer Peter Thonet legte Wert auf die Feststellung, dass der Personalwechsel an der Spitze des Frankenberger Traditionsunternehmens in keinem Zusammenhang zu den geplanten Mitarbeiterentlassungen sowie der wirtschaftlich prekären Situation stehe.

Ein Wirtschaftsingenieur hatte
 dem Unternehmen im vorigen Herbst zu 54 Kündigungen geraten. Außerdem sollte die Arbeitszeit erhöht werden, wobei die Mitarbeiter fünf Stunden­ pro Woche unbezahlt arbeiten sollten. Letztlich einigten sich Betriebsrat und Geschäftsleitung vor dem Thüringer Landesarbeitsgericht zu einem Interessenausgleich – die Zahl der Kündigungen wurde halbiert, die tarifliche Arbeitszeit blieb bestehen (WLZ-FZ berichteten).

Peter Thonet stellte Ohnacker für seine dreijährige Tätigkeit ein gutes Zeugnis aus. In seinem ersten Jahr in verantwortungsvoller Position hätten sich die Umsätze sehr gut entwickelt. Die Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010 hätten Ohnacker und damit auch Thonet aber einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagte der Gesellschafter im Gespräch mit WLZ-FZ. Trotz der Umsatzeinbußen habe das Unternehmen jedoch Marktanteile hinzugewonnen. Peter Thonet lobte seinen Vorgänger auch für „strategische Entscheidungen“. Als Beispiel nannte er die Zusammenarbeit mit dem Möbelhersteller Muji.

Angetreten war Ohnacker im Frühjahr 2008 mit dem Ziel, die Umsatzzahlen des Unternehmens zu steigern. „Unsere Basis ist sehr gut, auch die Organisation ist gut“, hob seinerzeit Claus M. Thonet hervor. Er hatte das Unternehmen seit 1994 geführt, zog sich nach seinem 65. Geburtstag am 8. März 2008 allerdings aus dem Tagesgeschäft zurück. Die Gesellschafter und der Beirat hätten sich einstimmig dafür ausgesprochen, einen neuen Geschäftsführer außerhalb des Betriebes zu suchen, hieß es. Damit begann eine neue Ära bei dem Traditionsunternehmen: Ohnacker war der erste familienfremde Manager auf dem Thonet-Thron.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 26 Januar.

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